Band 
Dritter Teil.
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faktui'-Departement eingerichtet und rufe Maler und Bildhauer her. Jetztreise ich nach Preußen, um mir da ohne das heilige Ölfläschchen undohne die unnützen und nichtigen Förmlichkeiten huldigen zu lassen, welcheUnwissenheit und Aberglaube eingeführt haben, und die nun von derhergebrachten Gewohnheit begünstigt werden.

144. Friedrich II. über die Berechtigung der Schlesischen

Kriege, 1740.

Politische Korrespondenz Friedrich des Großen, Bd. I, S. 159.

Die Rechte des Königs auf die meisten Herzogtümer und Fürsten-tümer Schlesiens sind unbestreitbar. Die Besitzer dieses Landes sindselbst so ganz dieser Ansicht gewesen, daß sie mit dem Kurfürsten Fried-rich Wilhelm einen Vertrag geschlossen haben, durch den dieser Kurfürstgegen den Kreis Schwiebus auf seine Rechte auf die andern Fürsten-tümer und Herzogtümer Schlesiens verzichtete. Diese Verzichtleistnngwürde gültig sein, wenn nicht Kaiser Leopold in schwärzester Treu-losigkeit Friedrich I. den Schwiebuser Kreis entrissen hätte. 1 Da nun dieGegenleistung, die die Verzichtleistung begründete, wegfällt, erhaltenunsere Rechte in vollem Umfang wieder Gültigkeit, und der Vertragmit dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm ist null und nichtig.

Also kraft dieser Rechte und eines Anspruches auf einige MillionenTaler ist der König in Schlesien eingedrungen, um sein Geld sich zuverschaffen und seine Rechte zu unterstützen. Es würde nicht ratsamgewesen sein, einen solchen Schritt bei Lebzeiten des Kaisers zu tun;denn der Kaiser ist das Oberhaupt des Reiches, und wenn eines seinerGlieder ihn angreifen wollte, würde es gegen die Verfassung des Reichesverstoßen.

Lappland, auf der er den Meridian maß und die Gestalt der Erde bestimmte,wu^de von Friedrich zum Präsidenten der Akademie ernannt. Des Königs Briefan ihn lautet (Juni 1740): „Herz und Neigung erregten in mir seit dem Augen-blick, in welchem ich den Thron bestieg, den Wunsch, Sie hier zu haben, damitSie der Berliner Akademie die Form geben, die nur Sie ihr geben können.Kommen Sie also, kommen Sie, um auf diesen wilden Schößling das Reis derWissenschaften zu pfropfen, damit es blühe. Sie haben der Welt die Gestaltder Erde gezeigt; zeigen Sie auch einem Könige, wie süß es ist, einen solchenMann wie Sie zu besitzen.“ — Algarotti, 1712—1764, italienischer Schrift-steller, mit Voltaire und Maupertuis bekannt, von Friedrich berufen und in denGrafenstand erhoben, voll umfassender Kenntnisse, geschätzt durch sein Urteilüber Malerei und Baukunst. — Van s’Gravesande, 1688—1742, Philosophund Mathematiker, Professor in Leijden.— Vaucanson, berühmter französi-scher Mathematiker. — Euler, 1707—1783, berühmter Mathematiker, stammteaus Basel und folgte 1741 dem Rufe Friedrichs an die Akademie.

1 Friedrich III. (I.) gab 1695, um seine Erhebung zum König zu fördern, Schwio-bus an Leopold I. zurück unter Wiederaufnahme seiner Ansprüche auf Schlesien.