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Ferner ist dieser Schritt nicht gegen die Pragmatische Sanktion,weil der König keinen Anspruch auf die Erbschaft erhebt, sondernnur seine besonderen Rechte behaupten will; und da der Kaiser selbstdurchaus kein Recht auf diese Herzogtümer in Schlesien hat, die man-ihm streitig macht, mit welchem Recht kann daher seine Tochter An-spruch darauf erheben? Um so weniger, als man doch nicht erben kann,was den Eltern nicht gehörte.
Aber nehmen wir einmal den Fall an, daß man die Handlung desKönigs als der Pragmatischen Sanktion zuwiderlaufend betrachtete, soist es geboten, zu erwähnen, daß der König durch den Vertrag von 1732sich dem Kaiser für die Pragmatische Sanktion unter der Bedingungder Gewährleistung des Herzogtums Berg verbürgte; 1 nun aber hat dasHaus Österreich den Vertrag verletzt, indem es im Jahre 1738 oder1739 dem Hause Sulzbach den vorläufigen Besitz der Herzogtümer Jülichund Berg gewährleistete, so daß hierdurch der König wieder in seineRechte ihrem ganzen Umfange nach eintritt, umsomehr.als ihm eineEntschädigung aus den eigenen Besitzungen des Kaisers versprochenworden war.
Alle diese Gründe zusammengenommen haben das Unternehmen desKönigs veranlaßt. 2 -Er wünscht nichts sehnlicher, als sich mit dem HauseÖsterreich zu vergleichen, vorausgesetzt, daß man ein Verständnis fürdie Gerechtigkeit seiner Ansprüche haben will.
N. B. Ich habe hinzuzufügen vergessen, daß Schlesien stets einHännerlehen gewesen und nur durch die Pragmatische Sanktion einWeiberlehen geworden ist; da nun aber meine Bürgschaft dafür- hin-fällig geworden, trete ich jetzt in alle meine Rechte wieder ein, weiles . keine männlichen Abkömmlinge der kaiserlichen Familie mehr gibt.
145. Ein französischer Marschall über Friedrich II.und sein Heer, 1741.
König Friedrich der Große in seinen Briefen und Erlassen, heraus-gegeben von Mendelssohn Bartholdy, S. 13S f.
Marschall Belle.-Isle' an den Staatssekretär Amelot in Paris.
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Lager von Mollwitz, April 1741. — Der König verließ mich umein Uhr nachmittags. Er führt nämlich das Kommando seiner Armee
1 Die Hohenzollern erhoben wegen des bevorstehenden Aussterbens desMannesstammes von Pfalz-Nenburg Ansprüche auf die rheinischen HerzogtümerJülich und Berg.
* In der „Geschichte meiner Zeit“ nennt der König unter den Gründenauch die schlimme Lage Österreichs, die Rivalität Frankreichs und Englands,den Tod der Zarin Anna.,Dann fährt er aufrichtig fort: „Rechnet man zu allendiesen Beweggründen noch den Reiz eines zahlreichen mobilen Heeres, die guteOrdnung der Finanzen, die großen Reichtümer des Kronschatzes und vielleichtdie Begierde, mir einen Namen zu machen, so kennt man alle Gründe, die ichhatte, Maria Theresia, dor Königin- von Ungarn, den Krieg zu erklären.“ (Men-delssohn Bartholdy, a. a. 0. S. 122 ff.).