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und geht’snicht». Ich: «So will ich’s dem Herrn König klagen». Hier lachtenalle hoch auf. Er: «Da kömmt Er sein Tage nicht hin». Ich: «Oder womuß ich mich sonst melden?» Er: «Bei unserm Major, wenn Er will. Aberdas ist alles umsonst». Ich: «Nun so will ich’s probieren, ob’s so gelte?»Die Burschen lachten wieder, ich aber entschloß mich, wirklich zumMajor zu gehen und meinem treulosen Herrn nachzufragen. Aber hierjagte man mich zum Teufel. Ich schlich zum Haus hinaus wie ein Diebund nach meinem Quartier, das ich vor Angst und Not kaum findenkonnte. Da klagt’ ich Zittemann mein Elend in den allerhöchsten Tönen.Der gute Mann sprach mir Mut ein, « Geduld, mein Sohn! Es wird schonalles besser gehen. Jetzt mußt dich leiden, viel hundert brave Burschenaus guten Häusern müssen das gleiche tun. Denn, gesetzt auch, Markonikönnte und wollte dich behalten, so müßt’ er dich doch unter sein Re-giment abgeben, sobald es hieße: ins Feld, marsch! Aber wirklich, einst-weilen würd’ er kaum einen zu nähren imstande sein, da er auf derWerbung ungeheure Summen verzehrt, und dafür so wenig Kerls einge-sc'hickt haben soll, wie ich unsern Oberst und Major schon oft lamen-tieren gehört; man wird ihn gewiß nicht mehr so geschwind zu derleiGeschäften brauchen.» So tröstete mich Zittemann, und ich mußt’s wohlannehmen, da mir kein größerer Trost übrig blieb. Nur dacht’ ich dabei,die Größeren richten solche Suppen an, und die Kleineren müssen sieaufessen.
Des Nachmittags brachte mir der Feldweibel mein Kommisbrot nebstUnter- und Übergewehr und fragte, ob ich mich eines Besseren bedacht,Jetzt führte man mich in die Montierungskammer, paßte mir Hosen,Schuh und Stiefeletten an und gab mir einen Hut, Halsbinde und Strümpfe.Dann mußt’ ich mit noch etwa zwanzig andern Rekruten zum HerrnOberst Latorf. Man führte uns in ein Gemach, so groß wie eine Kirche,brachte etliche zerlöcherte Fahnen herbei und befahl jedem, einen Zipfelanzufassen. Ein Adjutant, oder wer er war, las uns einen ganzen Sackvoll- Kriegsartikel her und sprach uns einige Worte vor, welche diemehreren nachmurmelten; ich regte mein Maul nicht, dachte dafür, wasich gern wollte, ich glaube an Ännchen 1 ; er schwang dann die Fahneüber unsere Köpfe und entließ uns. Hierauf ging ich in eine Garkücheund ließ mir ein Mittagessen nebst einem Krug Bier geben. Dafür mußt’ich zwei Groschen bezahlen. Nun blieben mir von jenen sechsen nochviere übrig; mit diesen sollt’ ich vier Tage wirtschaften, und sie reichtendoch bloß für zwei hin. Bei dieser Überraschung fing ich gegen meineKameraden schrecklich zu lamentieren an. Allein Cran, einer derselben,sagte mir mit Lachen: «Es wird dich schon lehren. Jetzt tut es nichts,hast ja noch allerlei zu verkaufen! Per Exempel deine ganze Diener-montur. Dann bist du gar doppelt armiert, das läßt sich alles versilbern.Und dann der Menage wegen nur fein aufmerksam zugesehn, wie’s dieandern machen. Da heben’s drei, vier bis fünf miteinander an, kaufenDinkel, Erbsen, Erdbirnen und kochen selbst. Des Morgens um e’n DreierFusel und ein Stück Kommißbrot. Mittags holen sie in der Garküche um
1 Die Geliebte in der Heimat.