Band 
Dritter Teil.
Seite
354
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151. Friedrichs des GmUen Bemühungen um Landwirtschaftund innere Kolonisation, Gewerbe und Industrie,Handel und Verkehr.

Friedrichs II. Testament von 1752. Die Politischen Testamente derHohenzollern mit ergänzenden Aktenstücken, herausgegeben von O. KUntzel,Bd II. S. 17 ff., 23 f., 26 f.. — Fr ederic II, Oeuvres, VI, 4. Nach 0. Tsclii rch.

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A. Urbarmachung von Odländereien.

Längs der Oder nnd der Netze, eines kleinen Flusses der Neumark,fand sich eine Menge unangebauten, undurchdringlichen und wildenSumpflandes. Ich begann damit, die Sümpfe von Damm bei Stettin zuentwässern. Man zog einen Deich, um die Oder einzndammen, und dannteilte man das Neuland in Dörfer, die an die Unternehmer dieser Anlagenüberwiesen wurden. Dieses Werk wird im nächsten Jahre 1 vollendetund das Land mit ungefähr 4000 Seelen besiedelt sein. Zwischen Freien-walde nnd Kiistrin überschwemmte die Oder die schönsten Wiesen undsetzte unaufhörlich ein herrliches Gebiet unter Wasser, das dadurch un-brauchbar wurde. Zunächst gab man der Oder ein neues Bett durcheinen Kanal, der die Windungen abschnitt nnd die Schiffahrt um vierMeilen abkürzte. Der Kanal wird im folgenden Jahr fertig, und durchdie Eindämmung des Flusses wird ein Gebiet gewonnen, wo 6000 Seelenihre Nahrung, Ackerland und Viehweiden finden. Wenn ich am Lebenbleibe, wird die ganze Besiedlung im Jahre 1756 beendet sein. DieNetzesiimpfe sind ebenfalls ausgetrocknet und mit Polen bevölkert, die sichauf eigene Kosten angesiedelt haben. Ferner habe ich alles Brachlandin der Kurmark nrbar machen lassen. Ebenso zeigte es sich, dafi dieStädte in Pommern viel mehr Land besahen, als sie bebauen konnten.Überall sind Dörfer angelegt worden, die in der Mehrzahl bereits fertigsind. Wenn ich alles seit dem Jahre 1746 zusammenzähle, so bin ichjetzt heim 122. Dorfe angelangt. 2

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U. Seidenbau.

Der Große Kurfürst hat auf fast allen Kirchhöfen der Mark einegroße Anzahl von Maulbeerbäumen pflanzen lassen. Sie haben die hartenWinter von 1709 und 1740 überstanden, und einige wenige Privatleutehaben daraus Seide hergestellt. Daraus ließ sich leicht schließen, daßder Frost die Maulbeerbäume keineswegs vernichtet, und daß, was ein-zelne Privatleute im kleinen ausführten, im großen gelingen konnte.Daraufhin pflanzte man Maulbeerbäume an; alle Gemeinden wurden dazuangehalten. Die Amtmänner wurden bei der Erneuerung ihres Paclit-

1 1753.

* Bis 1756 waren es 276 Dörfer. Die Gesamtzahl der von Friedrich ge-gründeten neuen Dörfer beläuft sich nach Stadelmann, Preußens Könige inihrer Tätigkeit für die Landeskultur, auf 900.