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Vertrages verpflichtet, eine bestimmte Anzahl zu pflanzen. Jetzt gibt esim Lande über 400 000 große und kleine Maulbeerbäume, außer denen,die noch täglich gepflanzt werden. Anstatt 200 Pfund Seide, die maufrüher gewann, stellen wir jetzt 2000 Pfund her, und das muß nochbeträchtlich znnehmen. Aus den Akziselisten ergibt sich, daß alle Pro-vinzen jährlich für mehr als 400000 Reichstaler Seide verbrauchen.Wenn wir also 40 oder 50000 Pfund Seide gewinnen, wird der Staatjährlich um 250 000 Reichstaler reicher, und ohne neue Erwerbungen,nur durch eine bisher nicht gebräuchliche Industrie, erhöhen die Privat-leute ihren Wohlstand. Zur Ermunterung dieser schwachen Anfängelasse ich die bei uns erzeugte Seide ebenso teuer wie die italienischebezahlen, gebe den Landpfarrern, die am meisten Seide hergestellthaben, Prämien und denen, die Maulbeerbäume anpflanzen, Vergünsti-gungen.
Immerhin liegt der Seidenbau noch in der Wiege. In sechs Jahren,wenn die Räume kräftig genug sein werden, so daß man ihre Blätterpflücken kann, muß eine große Menge von Eiern der Seidenraupe be-schafft werden, um sie der Bevölkerung reichlich liefern zu können.Dann müssen auch Vorschriften gedruckt werden, wie man die Seiden-würmer zieht und Seide herstellt, und eine Art Schule muß gegründetwerden, wo Mägde und Landleute lernen können, wie und wann mandie Würmer ausschlüpfen läßt, wie man sie ernährt und wie man dieKokons abhaspelt. Ein Berliner Prediger hat eine Lehranstalt gegründet,die sogenannte Realschule, wo er alle Lehrer in der Herstellung derSeide unterrichtet. Er braucht sie nur später als Küster auf die Dörferzu schicken, und der Adel und die Amtleute der Umgegend werden vonihnen lernen, wie man -diesen nützlichen Gewerbezweig fördert.
C. Regeln für Handel und Manufaktur.
Als Grundregel für Handel und Manufakturen gilt es, zu verhindern,daß das Geld außer Landes geht, dagegen es immer wieder ins Landzu bringen. Das Hinausgehen des Geldes wird verhütet, indem manalles im Lande herstellt, was man früher von dem Auslande bezog. Dasersieht man aus den Akziselisten, die alle hereinkommenden und imStaate Absatz findenden Waren verzeichnen. Nach diesen Listen läßtsich leicht beurteilen, welche Fabriken vermehrt und welche neuen ein-gerichtet werden können. An zweiter Stelle vermindert man ein Hinaus-strömen des Geldes in dem Maße, als es sonst, der Fall wäre, indemman sich alle unentbehrlichen Dinge an der Quelle sucht und denHandel selbst in die Hand nimmt. Das hat zur Folge, daß die Ware,die beim Einkauf in Hamburg einen Taler kostet, nur noch einenGulden macht, wenn man sie unmittelbar ans Spanien bezieht. Durchdiese Verminderung des Warenpreises ergibt sich ein beträchtlicher Ge-winn, ganz abgesehen von dem Vorteil, den die Kaufleute des eigenenLandes erzielen, und der einen ebenso großen Verlust für die Hamburgerund Holländer bedeutet. Durch die Manufakturen kommt natürlich vielbares Geld ins Land. Sie können uns aber wegen der Nachbarschaft von