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Polen und Rußland noch viel mehr einbringen; denn diese Länder habenMangel an allem und sind daher gezwungen, die Industrie ihrer Nach-barn zu bezahlen. Diese Grunde müssen den Herrscher veranlassen, dieFabrikanten und Kaufleute zu ermutigen, sei es dnrcb Bewilligung vonjeder Art von Privilegien und Steuererlassen, sei es durch Geldunter-stützungen, damit sie zu großen Unternehmungen fähig sind.
D. Seidenindustrie.
Damit alles planvoll zum Aufschwung des Landes ineinandergreife,habe ich zugleich mit der Einführung des Seidenbaues Stoff- und Samt-manufakturen eingerichtet. Die Ansiedlung der Arbeiter hat mir großeKosten verursacht. Um sie mit der Zeit zu vermindern und diese fremdeKunst einzubürgern, halte ich den Arbeitern 40 Lehrlinge auf meineKosten und ersetze sie durch andere, sobald sie Meister werden. Wirhaben gegenwärtig 1 500 Seidenwebstühle in Berlin und in Potsdam. Dasist aber erst ein schwacher Anfang. Zur Förderung dieser Manufakturenmuß man nicht allein den im Lande gearbeiteten Stoffen freie Ausfuhrgewähren, sondern man muß auch — wie es in England geschieht — denKaufleuten, die sie im Auslande absetzen, bestimmte Prämien bewilligen.Da wir bei weitem nicht so viele Webstühle besitzen, als wir brauchen,so wird der Herrscher die Seidenindustrie nur dann zur Blüte bringen,wenn er den Kaufleuten, die sich damit abgeben, große Summen spendet,sollte diese Aufgabe auch jährlich bis auf 100 000 Reichstaler gehen.Ferner wird man die Zahl der auf Kosten des Herrschers unterhaltenenLehrlinge einige Jahre läng auf 200—300 erhöhen müssen. Wir werdendann im Ganzen 2000 Webstühle aufstellen können. Ich habe ferner inBerlin ein großes Seidenlager errichtet, dessen Grundvermögen ich bisauf 100 000 Reichstaler zu steigern hoffe, so daß unsere Arbeiter, wenndie Seide teurer wird, zum selben Preise arbeiten, ja denen in Leipzig,Hamburg und selbst in Holland den Rang ablaufen können.
E. Ansiedelung von Industriearbeitern.
Bei der Prüfung der Lage der Wollspinnereien habe ich in Er-fahrung gebracht, daß die Unternehmer allgemein über Mangel anSpinnern klagten. Um dem abzuhelfen, lassen sie die Sachsen für sicharbeiten, so daß alle Jahre eine große Masse Spinnwolle aus Sachsenins Land kommt. Um gründlich zu verfahren, stellte ich Ermittlungen überdiese Verhältnisse und über die Zahl der Leute an, die bei uns vondiesem Gewerbe leben könnten. Alles in allem ergab sich eine Zahl von60000 Seelen. Ich war über diese Entdeckung erfreut als über einMittel, ganz gemacht, das Land zu bevölkern. Sofort traf ich Maßregeln,um solche Leute zu bekommen und anzusiedeln. Sollen sie sich wohlfühlen,so müssen sie ein Haus, ein Gärtchen und genug Weideland besitzen,um zwei Kühe zu halten. Ich habe Kolonisten aus Sachsen, aus Polenund sogar aus Mecklenburg herangezogen, habe sie angesiedelt bei Pots-
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