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Lehrbuch für den Geschichtsunterricht an Mittelschulen : das Mittelalter / von W. Beuter
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Heinrich III. 1040—1056. Sohn, 23 Jahre alt,erwirbt Böhmen und Ungarn, setzt in

Italien drei Päpste ab und einen deutschen Bischof als Papst ein,später noch drei deutsche.

„Kein Papst darf ohne kaiserliche Einwilligung gewähltwerden."

Heinrich III. gest. 1056, 39 Jahre alt, Dom zu Speier.

Größte Ausdehnung des Reiches, Kaisermacht am größten.

Heinrich III. war in Basel und Solothurn, in Zürich sechsmal.Drei Königreiche: Italien, Burgund, Ungarn.

Neun Herzogtümer: Fünf deutsche: Schwaben, Bayern, Franken,Sachsen, Ober- und Niederlothringen.

Drei slawische: Böhmen, Polen, Kärnten.

Heinrich IV. 1056—1106.

Die Jugend Heinrichs IV.

Als der Vater Heinrichs, der gewaltige Heinrich III. starb, warder schon zum König gekrönte Knabe kaum 6 Jahre alt. Daherübernahm seine Mutter Agnes für ihn die Verwaltung des Reiches.Aber damit war der herrschsüchtige Erzbischof Anno von Kölnnicht zufrieden. Er verschwor sich mit einigen Fürsten und Bischöfen,den jungen Heinrich der Mutter zu rauben und so die Regierungdes Reiches an sich zu reißen. Als einst die Kaiserin mit ihremSohn auf der Insel Kaiserswerth am Rhein das Pfingstfest feierte,kam Anno mit einem prächtig geschmückten Schiff zum Besuch derKaiserin angefahren. Nach einem festlichen Mahl forderte er denköniglichen Knaben auf, sich einmal sein schönes Schiff anzusehen.Kaum war Heinrich mit dem Crzbischof im Schiff, so stießen dieRuderer ab. Das Schiff war bald in der Mitte des Stroms undfuhr rasch davon. Die Mutter stand jammernd am Ufer. DerKnabe aber, voll Angst für sein Leben sprang in die reißende Flut,um sich durch Schwimmen zu retten. Er würde ertrunken sein, wennnicht ein Graf ihm nachgesprungen wäre und ihn mit starken Armenwieder zurück ins Schiff gebracht hätte. Dort beruhigte man ihnallmählich mit Schmeichelreden und brachte ihn nach Köln. DieMutter sah ihren Sohn nicht wieder. Anno übernahm das Reichs-regiment und die Erziehung des jungen Königs, anfangs allein,später zusammen oder auch abwechselnd mit dem ehrgeizigen Erz-bischof Adalbert von Bremen.

Die beiden mächtigen Männer waren grundverschieden, undebenso verschieden war daher ihre Erziehung. Anno war hart undstreng gegen sich und andere; auch wollte er, daß die Fürsten imReiche 'mehr Macht haben sollten als der Kaiser. Darum erzog erauch den Knaben hart und streng, unterdrückte seine Launen undBegierden mit Tadel und Strafen und versagte ihm auch unschuldigeWünsche. Er wollte seinen Willen beugen und lenken; denn erdachte: Gehorcht mir der Knabe, so wird auch später der Mann und