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Lehrbuch für den Geschichtsunterricht an Mittelschulen : das Mittelalter / von W. Beuter
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König mir gehorchen. Auch verschenkte er mit vollen Händen vieleRechte des Reiches (z. B. Zölle und Abgaben) und Güter des Königsan die neidischen Fürsten, damit sie mit seinem Regiment zufriedenwären.

Adalbert dagegen, in dessen Hand später die Erziehung Heinrichsüberging, war liebenswürdig und freundlich, eitel und prachtliebend,stets von schwelgerischen Hofleuten umgeben; auch wollte er einestarke kaiserliche Gewalt haben, damit der Kaiser dann sein Erzbistumimmer reicher, größer und mächtiger mache. Darum erzog er denKnaben mild und nachsichtig, befriedigte jede Laune, erfüllte auchtörichte Wünsche, versäumte völlig, ihn über die Pflichten und Tugendendes Herrschers zu belehren. Nur das eine lehrte er ihn, daß derKönig allein im Reiche zu befehlen habe und tun könne, was ihmwohlgefalle. Auch gewöhnte er ihn an ein leichtsinniges und üppigesLeben. Besonders aber prägte er ihm einen tiefen Haß gegen dieSachsen ein, mit denen er immer in Fehde lag. So war es dennganz natürlich, daß der junge Heinrich den liebenswürdigen Adal-bert ebenso liebte, als er den strengen Anno haßte.

Kaum war Heinrich 15 Jahre alt, als ihn Adalbert auf einemFürstentag zu Worms feierlich mit dem Schwerte umgürtete undfür mündig erklärte. Nun begann der Knabe zu regieren. Sofortentfernte er Anno aus seinem Rat und ließ sich blindlings vonAdalbert leiten. Der gab ihm vor allem den Rat, die übermütigenSachsen durch den Bau vieler Burgen zu bändigen und sie durchfortwährende Hofhaltung in ihrem Lande zu bedrücken. Da ver-sammelten sich die erbitterten Fürsten in Tribur und drohten denKönig sofort abzusetzen, wenn er nicht Adalbert aus seinem Ratentließe. Knirschend vor Grimm fügte sich Heinrich. Und nunführte wieder der verhaßte Anno im Bunde mit den Fürsten dasRegiment. Sie nötigten sogar den König, sich gegen seinen Willenmit Bertha von Susa zu vermählen, und wußten voll unersättlicherGier ein Reichsrecht und ein Reichsgut nach dem andern an sich zureißen. Heinrich haßte und verachtete die ihm aufgedrungene Ge-mahlin, so gut und treu sie auch war, und mied ihren Umgang.Dagegen umgab er sich mit jungen und leichtsinnigen adligen Herren,schwelgte mit ihnen in Saus und Braus und hörte nur auf ihreRatschläge statt auf die der Fürsten. Freilich hatte er nicht vielGewalt über das Reich, denn die wichtigsten Geschäfte hatten ihmja die Fürsten abgenommen. Aber im innersten Herzen dachteHeinrich an nichts anderes, als wie er die Übermacht der stolzenFürsten brechen und den Übermut der Sachsen demütigen könne. Erselbst wollte Herr sein im Reich und er allein.

Staude u. Göpfert.

Er ist Heinrichs III. Sohn, 6 Jahre alt.

Die Großen erheben sich.

Kaiserin Agnes gibt: Rudolf von Rheinfelden Schwaben,

Otto von Nordheim: Bayern.

Otto von Nordheim ) rauben den König (Pfingstfest,

Erzbischof Hanno von Köln / eingeladen); strenger Gehorsam.

Adalbert von Bremen läßt seinen Begierden freien Lauf, flößtihm Haß gegen die Sachsen ein, erklärt ihn mit15 Jahren mündig; Adalbert wird entlassen, Hanno regiert.