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Lehrbuch für den Geschichtsunterricht an Mittelschulen : das Mittelalter / von W. Beuter
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Heinrich nimmt Otto von Nordheim Bayern weg,

gibt es dem Herzog Wels, Schwiegersohn Ottos;

Herzog Magnus von Sachsen hilft Otto von Nordheim.

Heinrich hält die Schlösser in Sachsen mit fränkischem Kriegsvolk besetzt.60000 Mann überfallen den Kaiser,zerstören nicht nur Schlösser, sondern Kirchen und Gräber.

Sieg Heinrichs an der Unstrut (Saale, Thüringen).

Verbannung der Fürsten. Wiederaufbau der Burgen.

Die Sachsenklagen lagen bei

Papst Gregor VII. 107385.

Vorladung Heinrichs nach Rom innert 60 Tagen.

Reichstag in Worms: Absetzung des Papstes.

Bann, Absetzung des Kaisers.

Abfall der Fürsten; sie beschließen,Heinrich soll sich innertJahresfrist vom Banne lösen, ansonst Neuwahl erfolgen würde".

Aussöhnung mit dem Papst: Umweg durch Burgund, weil diePässe von den Fürsten besetzt sind.

Heinrichs Fahrt über die Alpen.

Der König wußte recht wohl, daß sein ganzes Heil davon ab-hänge, daß er vor Wiederkehr des Jahrestages von dem Banne ge-löst werde. Er hielt daher für das beste, dem nach Deutschlandreisenden Papst noch innerhalb Italiens entgegenzutreten und denLosspruch vom Bann auf jede mögliche Weise zu erlangen. Darumverließ er wenige Tage vor Weihnachten ganz heimlich die StadtSpeier und trat mit seiner Gemahlin und seinem kleinen Sohne dieReise an. Nur ein deutscher Mann von edler Geburt begleitete dendeutschen König, und vergeblich hatte der König zur Bestreitung derReisekosten viele Freunde angefleht, denen er früher oft Gutes erzeigthatte. In Burgund feierte der König mit seinen! Gefolge die Ge-burt des Herrn. Er war aber von der geraden Straße abgebogen,weil er sicher erfahren hatte, daß die feindlichen Herzöge alle Wegeund Zugänge,die nach Italien führten, mit Wächtern besetzt hätten,um ihm den Übergang zu versperren.

Am Mont Cents kam ihm seine Schwiegermutter, die Mark-gräfin von Susa, entgegen und half ihm auf mancherlei Art zurReise. Doch der Winter war überaus hart, und die Berge, die manüberschreiten mußte, dehnten sich ins Unendliche und ragten mitihren Gipfeln bis in die Wolken: sie lagen auch erstarrt unter ge-waltigen Schneemassen und eisigem Froste, so daß über die schlüpf-rigen und jähen Abhänge Mann und Roß nur mit Gefahr ihrenWeg nehmen konnten. Aber die Zeit drängte. Da mietete derKönig um Lohn einige Eingeborene, die der Gegend kundig und andie schroffen Alpengipsel gewöhnt waren. Sie mußten seinem Ge-leite über die steilen Hänge und durch die Schneemassen vorangehenund den Nachfolgenden auf jede mögliche Weise den Marsch er-leichtern. Mit diesen Führern erreichten sie unter den größten Be-schwerden den Scheitel des Gebirges. Von hier aber weiter zukommen, schien unmöglich. Denk vor ihnen lag der schroffe Ab-