Buch 
Abriss der allgemeinen Geschichte / von Hugo Rachel
Entstehung
Seite
65
JPEG-Download
 

Die Reformation.

65

wegungen (Schwarmgeister, Th. Münzer, Wiedertäufer) versagt, sich ganz aufSeite der Fürsten und städtischen Aristokratien stellt. Die Reformation wird Sacheder Territorialobrigkeiten, da Reichsgewalt ihr feindlich: Einrichtung von Landes-kirchen, besonders seit der Speyrer Reichsabschied von 1526 es den Ständen an-heimgestellt hat; Kirchenvisitationen, Kirchenordnungen. Der Landesherr tritt inden evangelischen Ländern an die Stelle des Papstes, als summus episcopus,Einziehung der Kirchengüter, Aufhebung der Klöster, die Geistlichen werdenLandesbeamte.

1529 Reichsabschied von Speier gegen die evangelischen Neuerungen, die evan-gelischen Stände protestieren, daher Protestanten genannt. Luther undZwingli einigen sick nicht über die Abendmahlslehre.

1530. Die Augsburgische Konfession (Melanchthon) faßt die neue Kirchenlehre zu-sammen. Die evangelischen Stände schließen den Schmalkaldischen Bund.Das Luthertum verbreitet sich über fast ganz Deutschland, Schweden,Dänemark, Norwegen, die baltischen Länder.

Die romanische Reformation, ausgehend von der welschen Schweiz, vorallem durch Joh. Calvin (15091664) in Genf (s. 1536). DiereformierteKirche" abweichend von Luther in der Kirchenlehre (Prädestination, Abendmahl)und Kirchenverfassung (kein Landesbistum, keine Überordnung des Staates, sonderndemokratische Gemeindeordnung, Presbyterialverfassung, strenge Kirchenzucht),radikaler und kampflustiger als das Luthertum.

Calvinismus in der Schweiz, Frankreich, Schottland (John Knox -s- 1572),Niederlanden, auch England, Westdeutschland (Pfalz, Hessen, Bremen), Polen,Ungarn.

England: Heinrich VIII. bricht aus persönlichen Gründen mit Rom undmacht sich zum Oberhaupt der Staatskirche (153134); Ausbau der anglikani-schen Hochktrche, die reformierte Lehre mit katholischen Äußerlichkeiten verbindet,1649 und 1559.

Schärfste Feindschaft zwischen Luthertum und Calvinismus, besonders aus-gedrückt durch die lutherische Konkordienformel von 1577, mit deren Annahmedie lutherischen Kirchen ebenso ausgesprochene Dogmenkirchen werden wie die des-halb von ihnen bekämpfte römische.

Sektirerische Abspaltungen von der orthodoxen Lehre:

Die Schwenkfelder, Wiedertäufer, Mennoniten, Sozinianer oder Unitarierim 16. Jhdt., in England die Jndependenten, Baptisten (1618), Quäker (1649) alle hart verfolgt.

Erneuerung und Kräftigung der katholischen Kirche,öegenreformation.

Erneuerung der Inquisition zuerst in Spanien, vornehmlich als Werkzeugder Königsgewalt, dann in Italien u. a. katholischen Ländern gegen die Aus-breitung der Reformation. Diese kommt daher in Südeuropa nicht hoch.

Rachel, Gcschicht«»briß. 5