Frankreich, Holland, England.
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hergestellt. Generalstände 1613 zuletzt berufen, landschaftliche Stände bedeutungs-los. Hugenotten 1628 unschädlich gemacht; letzte Erhebung gegen die Krone, diesogenannte Fronde 1649—53 niedergeworfen.
Zielbewußte auswärtige Politik. Wiederaufnahme der Kämpfe mit Habs-burg s. 1628, s. 1635 im Bunde mit Schweden, den Schaden trägt fast aus-schließlich das deutsche Reich. Der Westfälische Friede 1648 und der PyrenäischeFriede 1659 besiegeln die Stellung Frankreichs als erste europäische Großmachtan Stelle Spaniens.
Aufkommen der „Seemächte".
England unter den Tudors (1485—1603) starke Monarchie, fast abso-lutistisch. Elisabeth 1558—1603. England beginnt sich zur Handels-, See- undKolonialmacht zu entwickeln. Krone und Volk in engstem Einvernehmen innationaler Politik.
Freiheiiskampf der Niederlande gegen die spanische Herrschaft s. 1568.1579 Uirechter Union der 7 nördlichen, vorwiegend kalvinistischen Provinzen1581 unabhängig erklärt: lockerer Staatenbund der Vereinigten Niederlande,mit Generalstatthalter und „Generalstaaten" (Stände). Krieg mit Spanien —1609und 1621—48. Die südlichen Niederlande bleiben spanisch (—1701).
Seit 1585 England dem Krieg gegen Spanien beigetreten.
1588 Untergang der großen Armada, seitdem Niedergang der spanischenSeeherrschaft, dagegen Niederländer erste Seehandels- und Geldmacht, be-herrschen die ganze Frachtschifffahrt, Ostsee-, Rhein-, selbst Mittelmeerhandel,daneben Engländer emporsteigend. Amsterdam erster Welthandelsplatz, dann auchLondon.
Seit Ende 16. Jhdts. beginnen Holländer, Engländer und Franzosen in dasvon Spanien und Portugal (1580—1640 in Personalunion) beanspruchte über-seeische Monopol einzugreifen. Aktiengesellschaften für den überseeischen Handelmit staatlichen Hoheitsrechten, zuerst die englische und die niederländische ostindischeKompagnie (1600, 1602). Holländer erobern die Gewürzinseln, Java, Malacca,englische Faktoreien in Ostindien (s. 1612), beide in Westindien, ebenso Franzosen,diese auch in Kanada. Englische Siedlungskompagnien für Nordamerika s. 1606.
Frankreich unter Ludwig XIV. (1643—1715, seit 1661 als Selbstherrscher)vielbewundertes und -nachgeahmtes Vorbild der absoluten prunkvollen Königs-macht.
Ausgesprochene Macht- und Eroberungspolitik, sehr starkes stehendes Heer(Militarismus), durchgreifende Verwaltung und Finanzsystem (Fiskalismus), un-geheuer steigender Steuerbedarf, daher eindringliche staatliche Wirtschaftspolitik(Regalismus und Merkantilismus, Minister Colbert —1683). Auch Religion,Kunst, Literatur unter staatlicher Bevormundung.
Mächtiger Aufschwung der Manufakturen, besonders in Luxuswaren, deSHandels und der Schiffahrt.
Stände, soweit noch bestehend, bedeutungslos. Aber Geistlichkeit und Adelals privilegierte Klassen steuerfrei, Adel ungeheuer bevorzugt in Verwaltungs-