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Abriss der allgemeinen Geschichte / von Hugo Rachel
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Österreich-Ungarn, Frankreich.

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Österreich-Ungarn, auS: a) einem deutschslawischen Länderstaat, zusammengefaßt imReichsrat, b) dem ungarischen Einheitsstaat, dem die 1849 abgetrennten LänderSiebenbürgen und Kroatien-Slawonien wieder eingegliedert werden, Vorherr-schaft der Magyaren. Realunion beider in Heerwesen, Auswärtigem und Teilder Finanzen, Reichsvertretung durch Delegationen aus den beiderseitigen Par-lamenten, Zoll- und Handelsbündnis. Aber Ungarn, Tschechen und Polen strebennach weiterer Lockerung und völliger Autonomie; die innere Entwicklung dauerndgehemmt durch die Nationalitäten- und Sprachenkämpfe.

Unter dem Eindruck der deutschen und italienischen Einheitsbewegungenerstarkten die Loslösungsbestrebungen der Balkanstaaten und der durch den Aus-gleich von 1866 verlebten österreichischen Slawen, genährt von Rußland, dass. 1867 als Schutzmacht der Slawen galt, bestimmt, die Befreiung und Eini-gung der Slawen herbeizuführen — Panslawismus.

2. Frankreich. Nach der Niederlage März—Mai 1871 Aufstand derPariser „Kommune" zur Errichtung eines föderalistischen Kommunismus: ersteproletarisch-sozialistische Revolution. Betriebsräte, Sozialisierungskommtssion.Kampf gegen die Regierungstruppen unter den Augen des deutschen Heeres.

Die dritte Republik lange wenig gefestigt, Verfassung erst 24. Februar1875. Abweichend von der reinen Demokratie mit ihrer Trennung der Gemalten(Bereinigte Staaten, Schweiz) in Frankreich die parlamentarische oder repräsen-tative Demokratie, in der die vollziehende und die gesetzgebende Gewalt imParlament — Senat und Deputiertenkammer, beide gewählt — vereinigt ist.Ministerium ein Ausschuß der Parlamentsmehrheit und nur dem Parlament ver-antwortlich, auch das Staatsoberhaupt, der Präsident, von diesem gewählt. DerMinisterpräsident, nicht der Staatspräsident hat die ausübende Gewalt, letztererfast nur dekorativ. Die Erfahrungen der Geschichte, besonders mit Napoleon I.und III., führten zu dieser Lösung: schwaches Staatsoberhaupt, starkes Parlament.Aber häufiger Wechsel der Mehrheiten und der Ministerien, unstete Politik,Kliquen- und Protektionswesen, öftere Krisen und Skandale.

Das poliflsdie System in Guropa seif 1871.

1. Die großen Erfolge des preußischen Militarismus führen zur Nach-ahmung: die allgemeine Wehrpflicht und das System des Rahmenheeres nachpreußischem Muster 1868 in Österreich-Ungarn, 1872 Frankreich. 1874 Rußland,auch den andern Staaten eingeführt, nur England behält das Freiwilligensystemfür Heer, Flotte und Miliz bei, die Schweiz das Milizsystem mit zwangsweiser,doch kurzfristiger Ausbildung.

Bewaffneter Friede in Europa unter sich wechselseitig steigernden Rüstungen,zur Erhaltung des Gleichgewichts.

2. Bismarck führender Diplomat auf dem Festland. Das „saturierte"Deutsche Reich sucht gegen eine von Frankreich drohende Revanche Sicherungdurch Anlehnung an die beiden östlichen Kaisermächte. Einvernehmen der „DreiKaiser" September 1872 (vgl. Heilige Allianz), auch Italien schloß sich an. DiePolitik der Einvernehmen und Bündnisse beginnt.

Rache!. Gesqichttabriß. 7