der Griechen bildete dasselbe ein längliches Viereck;ringsum lief eine Halle von mächtigen Marmorsäulen.Das Steingebälk über den Säulen prangte in den schönstenFarben, tiefblau, rot und gold, und von diesen bemaltenFlächen hoben sich die Marmorbilder ab, mit welchen dieAußenseiten des Tempels geschmückt waren. Noch sinddiese Werke zum Teil erhalten, freilich von Zeit und Men-schen traurig verstümmelt; aber selbst in diesem Zustanderregen sie durch ihre Schönheit Bewunderung. Im Innerndes Tempels leuchtete dem Eintretenden wieder ein wun-dersames Götterbild entgegen, das 12 Meter hohe Stand-bild der Athene, von Phidias in ähnlicher Weise, Avie seinherrliches Zeusbild in Olympia, aus Gold und ElfenbeinA^erferti^t. In goldener Kriegsrüstung stand die Göttin da,die Augen waren blitzende Edelsteine, das elfenbein-schimmernde Antlitz atmete milde Hoheit. Noch anderePrachtbauten auf der Akropolis Avurden unter Perikiesbegonnen, aber erst später vollendet. Der Schönheitssinn,der sich in diesen Werken offenbarte, ging auf das ganzeattische Volk über und beseelte auch die einfachen Hand-werker, die es verstanden, den Hausgeräten und sonstigenGegenständen des geAvöhnlichen Lebens zierA T olle Formenzu verleihen. Bald waren die Arbeiten der attischen Hand-Averker in aller Welt berühmt und gesucht.
4. Theater. — Die A\ r underbare Vielseitigkeit derAthener zeigte sich auch darin, daß sie die eindrucks-vollste Form der Poesie, das Schauspiel oder Drain a,schufen. Seine Blüte erreichte das griechische Drama inden Trauerspielen der drei großen attischen DichterAschylos, Sophokles und Euripides, die für dieGriechen das waren, Avas für uns Goethe und Schiller.Alle drei waren Zeitgenossen des Perikies; Sophokles ins-besondere Avar ihm eng befreundet. Nicht als ein eitlesVergnügen, sondern als eine Art Gottesdienst betrach-teten die Griechen das Theater. Nur an geAvissen Fest-tagen fanden die Aufführungen statt. Da saß das ver-sammelte Volk unter freiem Himmel auf halbkreisför-