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offen stand. Perikies rief selbst solche Männer herbei,deren Anwesenheit ihm zur Ehre oder zum Nutzen desStaates zu gereichen schien. Aber auch ohne besondereAufforderung fühlten sich die hervorragendsten GeisterGriechenlands nach Athen gezogen, wo sie sicher waren,Verständnis und Anerkennung zu finden. Geschicht-schreiber, Naturforscher, Astronomen und Gelehrte allerArt, wie berühmte Ärzte, Ingenieure und Architektenströmten in Athen zusammen. So wurde die herrlicheStadt der Herd aller höheren Bildung. Die attische Mund-art erhob sich zur griechischen Schriftsprache, und „atti-scher Witz“, „attische Feinheit“ wurden sprichwörtlich,wie lakonische Kürze.
6. Erziehung. — Große Sorgfalt wurde in Athenauf die Erziehung der Jugend verwendet. Dabei bestrebteman sich weniger, den Knaben gewisse Kenntnisse bei-zubringen, die hernach im Leben sofort nutzbar gemachtwerden könnten, als vielmehr sie zu körperlich und geistigtüchtigen Bürgern heranzuziehen. Vom 7. bis etwa zum16. Jahre besuchten die attischen Knaben täglich dieGrammatik-, Musik- und Turnschulen, die meist von Pri-vatlehrern gehalten wurden. Da lernten sie lesen, schrei-ben und rechnen, da prägten sie sich heilige Gesänge,Vaterlandslieder, in Verse gefaßte Denksprüche weiserMänner ein und übten sich im Saitenspiel, um die Ge-sänge zu begleiten. Auf diese Weise sollte nicht nur ihrGedächtnis und ihre Fertigkeit in der Musik geübt, son-dern auch ihre Seele mit guten und edeln Grundsätzeneriüllt werden. Hand in Hand mit dem Unterricht inGrammatik und Musik ging derjenige im Turnen; dennder Ausbildung des Leibes maßen die Athener, wie alleGriechen, die höchste Wichtigkeit bei. War der Knabezuin Jüngling herangewachsen, so besuchte er die öffent-lichen Gymnasien, d. h. die Turnplätze für Erwach-sene, welche die Fürsorge des Staates angelegt hatte. Eswaren das weitläufige Anlagen mit Bahnen für den Wett-lauf, mit Spring- und Ringplätzen, Schleuder- und Wurf-