palast, den Darius und Xerxes erbaut hatten, in Brandgesteckt. Hier und in anderen Städten erbeutete Alexan-der die unermeßlichen Schätze, welche die Perserkönigeseit Jahrhunderten aus den Tributen der unterworfenenVölker aufgehäuft hatten. Aber noch gönnte er sich undseinen Soldaten keine Ruhe. Er jagte dein flüchtigenDarius nach, der vor seinem rastlosen Verfolger in immerentlegenere Teile seines Reiches zu entrinnen suchte. End-lich erreichte ihn dieser — als Leiche; Darius war auf derFlucht von einem seiner Statthalter ermordet worden.Alexander ließ seinen unglücklichen Gegner königlich be-statten, den Mörder aber, als er später seiner habhaftwurde, ans Kreuz schlagen.
(i. Alexander in I n d i e n (327 v. Chr.). — Schongenügte das Perserreich dem unersättlichen Eroberernicht mehr. Vom Hochland Iran stieg er nach Indienhinunter, das bis dahin den Europäern nur vom Hören-sagen bekannt war. Er überschritt den gewaltigen StromIndus und wollte schon seine Waffen in die Ebenen amGanges hinübertragen, wo die größten und reichstenStädte seiner Herrschgier winkten. Aber die Soldatenhatten die unablässigen Kämpfe und Märsche, die sieimmer weiter von der Heimat wegführten, satt, sie wei-gerten sich, ihm weiter nach Osten zu folgen. Alexandermußte sich wohl oder übel zur Umkehr entschließen. Erließ eine Flotte bauen, auf welcher ein Teil des Heeresauf dem Indus abwärts fuhr, während der andere amUfer marschierte. So gelangte er durch unbekannte Län-der und Völker bis ans Meer. Hier sandte er die Flotteder Küste entlang bis an die Mündung des Euphrat; erselber zog mit dem größeren Teil der Krieger zu Landdurch die Wüsten im südöstlichen Iran. Alle bisherigenLeiden waren gering im Vergleich zu denjenigen, welchedieser Wüstenmarsch mit sich brachte. Menschen undTiere verschmachteten. Nur dadurch, daß der König alledie Mühsale seiner Krieger teilte, vermochte er ihren Mutaufrecht zu erhalten. Einmal, als er heftigen Durst litt.
327 v. Chr
Ocohsli. Allgemeine Geschichte.
5