andere Saatkörner der Gesittung; sie eigneten sich sogarin gewissem Sinne deren Religion an. Teils nahmen siegriechische Götter unter die ihren auf, teils glaubten sieähnliche griechische in den ihrigen wieder zu erkennenund übertrugen auf diese alle die Sagen, welche die Hel-lenen ihren Gottheiten angedichtet hatten. So verschmolzsich der höchste Gott der Römer, Jupiter, mit Zeus,der Kriegsgott M a r s mit Ares, der Meergott N e p I, u nmit Poseidon, Merkur, der Schützer des Handels, mitHermes, J u n o, die Himmelskönigin, mit Hera, M i -n e r v a, die Göttin der Weisheit, mit Pallas Athene u. s. w.AI it der Religion wurde auch die Kunst der Griechen inItalien heimisch. Doch waren die alten Italiener ein vielzu nüchternes, auf den unmittelbaren Nutzen bedachtesVolk, um es darin ihren Lehrern gleich zu tun, wie auchihre Leistungen in Dichtung und Wissenschaft nicht andiejenigen der Griechen heranreichten. Dafür übertrafensie diese in der Kunst, große Staaten zu bilden und zuregieren. Unter der Führung des gewaltigen Rom schufensie ein Weltreich, welches dasjenige Alexanders desGroßen in Schatten stellte, und breiteten mit ihren Ge-setzen und Staatseinrichtungen ihre Sprache, Sitte undRildung über das ganze Abendland aus.
2. G r ü n düng R o m s (758 v. dir.). — Ursprünglichherrschte in Italien eine ähnliche Zersplitterung, wie inGriechenland; es zerfiel in eine Unzahl von Stämmen undStaaten, die stets untereinander im Kriege lebten. An derV estkiiste, ungefähr in der Mitte der Halbinsel, saß derStamm der Latiner. Obwohl sein Gebiet, Latium,nicht viel umfangreicher war als der Kanton Zürich, sobestand es doch wieder aus etwa 80 kleinen Gemeinwesen,■\ on denen jedes seine Stadt und seinen eigenen Könighatte. Dieselben bildeten untereinander eine lockere Eid-genossenschaft, was sie aber nicht hinderte, sich gegen-seitig zu befehden und zu bekriegen. Frühe erhob sich in-des eine Latinerstadt an Macht und Volkszahl über alleanderen, das auf sieben Hügeln am unteren Tiber er-