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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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68
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bevölkerten diese mit griechischen Kaufleuten und Hand-werkern und ließen sie durch griechische Künstler mitprächtigen Bauten und Kunstwerken schmücken. Dengrößten Ruhm als Förderer hellenischer Kunst und Wis-senschaft gewann P t o 1 e m ä u s, der König von Ägypten.Er und seine Nachkommen häuften in ihrer HauptstadtAlexandrien die größte Bibliothek des Altertums anund beriefen die berühmtesten griechischen Gelehrten anihren Hof, wo diese sorgenfrei ihren Studien leben konn-ten. So wurde Alexandrien für Jahrhunderte die ersteStätte der Gelehrsamkeit. Da lebten die hervorragendstenAstronomen, Geographen, Natur- und Sprachforscher deralten Welt. Von den Städten und Höfen aus verbreitetesich griechische Sprache, Bildung und Religion allmählichüber das ganze Morgenland. Die Kleinasiaten, Phönizier,Juden, Ägypter fingen an, ihre Sprache zu verlernen undgriechisch zu reden und zu schreiben. Bei alledem bliebendiese Reiche ihrem Wesen nach echt morgenländisch. Dieeingewanderten Griechen versanken nur zu bald in dieWeichlichkeit und den Knechtsinn der übrigen Bevöl-kerung. Die Herrscher waren trotz ihrer Bildung Despo-ten, die ihre Untertanen aufs ärgste bedrückten und ihreRegierung mit Schandtaten-aller Art befleckten. Da wares denn nicht zu verwundern, daß ihre Reiche zuletztebenso rühmlos den R ö m e r n anheimfielen, wie das desDarius den makedonischen Heerscharen.

II. I>ie Hörner.

§ 14. Rom unter den Königen.

1. Das alte Italien. — Die schöne, fruchtbareHalbinsel Italien hatte ihr Erwachen aus dem Schlum-mer der Barbarei den Griechen zu verdanken, die an ihrerKüste Handel trieben und Kolonien gründeten. Von denGriechen empfingen ihre Bewohner die Schrift und manche