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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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sten Mannesalter der Tod auf dem Schlachtfeld ereilte.An seine Stelle trat zunächst sein Schwiegersohn Has-drubal, der die Eroberungen in Spanien mit Glück fort-setzte, dann, als auch dieser ein frühes Ende fand, der in-zwischen zum Mann herangereifte Hannibal.

2. Ausbruch des zweiten punischen Krie-ges (218—201 v. Chr.). — Hannibal, der bei der Über-nahme des Oberbefehls 29 Jahre zählte, war der würdigeErbe seines Vaters. In ihm vereinten sich alle Eigen-schaften des gebornen Feldherrn in wunderbarer Weise.Keine Anstrengung, keine Beschwerde ermüdete seinestählerne Natur. Hunger und Durst, Hitze und Kälte,Versagen des Schlafes griff ihn nicht an. Die wenigeRuhe, deren er bedurfte, gönnte er sich bei Tag oderNacht, wie es sich gerade schickte; oft schlief er bei denFeldwachen, in einen Soldatenmantel gewickelt, aufbloßer Erde. Mit der größten Kühnheit verband er diekaltblütigste Besonnenheit. Immer wußte er den Feindim rechten Augenblick zu überraschen und, unerschöpf-lich in Kriegslisten, sich aus den gefährlichsten Lagenherauszufinden. Obwohl er im Soldatenzelt aufgewachsenwar, besaß er eine vortreffliche Bildung; er schrieb undsprach Lateinisch und Griechisch. Er hatte ein so er-staunliches Gedächtnis, daß er jeden seiner Soldaten per-sönlich kannte und wußte, wo sich jeder einzelne aus-gezeichnet hatte. Kein Wunder, daß ihn sein Heer, sobunt gemischt und vielsprachig es auch war, vergötterte.Sobald Hannibal zum Feldherrn ernannt war, beschloßer, den Plan seines Vaters auszuführen. Die Römer hattenmit Mißtrauen der raschen Ausbreitung der Karthagerin Spanien zugesehen und ihnen deshalb verboten, gewisseGrenzen zu überschreiten. Ohne sich um dies Verbot zukümmern, vollendete Hannibal zunächst die Eroberungder Halbinsel. Die Römer sandten deshalb eine Botschaftnach Karthago, um die Auslieferung des dreisten Feld-herrn zu verlangen. Als der karthagische Rat Umschweifemachte, schlug der römische Gesandte seinen Mantel in