Buch 
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Entstehung
Seite
89
JPEG-Download
 

89

während hernieder und nur unter den furchtbarsten An-strengungen konnte für Elefanten und Pferde durch Eisund Schnee Bahn gebrochen werden. Endlich stand Han-nibal in der Poehene; aber mehr als die Hälfte seinesHeeres und fast alle seine Elefanten waren den Mühsalenund Gefahren des Weges erlegen.

4. Schlachten am Tessin und an der T r e b-b i a (218 v. Ohr.). — Um so erstaunlicher waren die Taten,die der punische Feldherr nun im Feindesland vollbrachte.

Hie Römer hatten seinen Plan so spät erkannt, daß sieihm erst in Oberitalien entgegentraten. Schon beim er-sten Zusammenstoß, der in der Nähe des Tessin statt-fand, errang Hannibal den Sieg. Ein zweites Heer eiltedem geschlagenen zu Hilfe. Allein der kluge Karthagerwußte die kampfbegierigen Römer in eine ungünstigeLage zu locken und brachte ihnen an der Trebbia,einem Fluß, der sich von Süden her in den Po ergießt,abermals eine Niederlage bei, die weit schrecklicher warals die erste. Kaum die Hälfte des römischen Heeres ver-mochte sich hinter die Mauern einer nahen Festung zuretten. So hatte der gewaltige Afrikaner in wenig Mo-naten Pyrenäen, Rhone, Alpen und Po überschritten, zweirömische Heere zerschmettert und die Poebene erobert,aus deren Bewohnern er die Lücken seiner Mannschaftausfüllte.

a. Schlac h t a m trasimenisclien See (217 v.

Chr.). Sobald der Anbruch des Frühlings es erlaubte,drang Hannibal über das Apenninengebirge nach Mittel- 217 v. Ohritalien vor. Um den Feind über die Richtung seines Mar-sches zu täuschen, zog er vier Tage und Nächte durchü erschwemmte Sumpflandschaften und verlor dabeiurcli Entzündung ein Auge. Dafür gelang es ihm, denrömischen Konsul Flaniiuius in einer rings von Ber-gen umschlossenen Ebene am trasimenischen See(unweit Perugia) zu umzingeln und, wie in einerFalle, mit seinem ganzen 30,000 Mann starken Heereniederzumachen. In Rom herrschte eine solche Bestür-