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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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nackig abgewiesen wurde. Ein furchtbarer Bruderkriegdurchtobte die Halbinsel, bis die Römer schließlich not-gedrungen nachgaben und alle Italiener als gleichberech-tigte Mitbürger anerkannten. Dann vereinte sich dergrimmige Haß der Parteien mit dem zügellosen Ehrgeizeinzelner Männer, um gräuelvolle Bürgerkriege zu ent-zünden, in denen die Römer einander wie wilde Tiere zer-fleischten und gegenseitig auszurotten trachteten. Dererste brach zwischen Marius und Sulla aus, zweiFeldherren, die sich beide durch glänzende Waffentatenhohen Ruhm erworben hatten, sonst aber sehr verschiedenvon einander waren und sich als Nebenbuhler tödlichhaßten. Marius, der Sohn eines armen Bauers, war einEmporkömmling. Durch glückliche Handelsspekulationenvermöglich geworden, aber ohne höhere Bildung und rauhvon Sitten, hatte er durch seine ausnehmende Tüchtigkeitim Kriege die Gunst des Volkes gewonnen. Dem Adelzum Trotz waren dem Bauernsohne die höchsten Ämterzu teil geworden, und er hatte das Vertrauen des Volkesgerechtfertigt, indem er Rom durch die Vernichtung derC i m b e r n und Teutonen, von denen später die Redesein wird, aus einer furchtbaren Gefahr errettete. ImKriege gegen die Bundesgenossen war indes sein Ruhmdurch die Erfolge Sullas verdunkelt worden, eines Man-nes von aristokratischer Herkunft und Gesinnung. Wieder derbe Marius der Abgott des gemeinen Mannes, sowar der feingebildete Sulla der Liebling der Vornehmen.Eben sollte Sulla als Konsul mit einem Heer nach Ostenabgehen, um einen Aufstand in Griechenland und Klein-asien zu unterdrücken. Da ließ ihm Marius durch Be-schluß einer Volksversammlung den Oberbefehl nehmenund auf sich übertragen. Doch was kümmerte sich Sullaum den Willen dieses Volkes, das in seinen Augen nurein Pöbelhaufe war? Statt dem Marius Platz zu machen,rückte er mit seinen Soldaten auf Rom los, stieß jenenVolksbeschluß um und ließ seinen Gegner nebst dessennamhaftesten Anhängern in die Acht erklären. Mit ge-

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