junger Edelmann, der Sullas Stieftochter geheiratet undsich an dessen Seite im Bürgerkrieg so hervorgetan hatte,daß ihm jener den Beinamen des „Großen“ gegeben hatte.Nach Sullas Tod galt Pompe jus als der erste Mann inRom. Glückliche Kriegserfolge steigerten sein Ansehen.Auch wußte er sich heim Volke beliebt zu machen, indemer selber dazu mithalf, die Gesetze seines Schwiegervaterswieder umzustoßen und die alte Verfassung herzustellen.Ben Gipfel seines Ruhmes erstieg er durch einen Kriegim Morgenlande, wobei ihm freilich kein nennenswerterGegner gegenüberstand. Er rühmte sich, in demselbenzwölf Millionen Seelen unterworfen und 1500 Burgen undStädte erobert zu haben. Schon fürchtete man in Rom,wenn er heimkomme, werde er an der Spitze seiner Sol-daten als Monarch auftreten. Doch fehlte im entscheiden-den Augenblick dem Pompejus der Mut, mit Gewalt nachder Krone zu greifen. Als er in Italien landete, entließer, wie das Gesetz es verlangte, sein Heer und hoffte auchohne Waffen, durch sein bloßes Ansehen fürstliche Gewaltin Rom ausüben zu können. Seine Anmaßungen stießenjedoch im Senat auf kräftigen Widerstand. Voll Erbit-terung warf sich Pompejus deshalb zwei andern einfluß-reichen Männern in die Arme, die ähnliche Ziele ver-folgten wie er, Crassus und Cäsar. Crassus hatte sichmit allen möglichen Mitteln, erlaubten und unerlaubten,zum reichsten Manne Roms emporgeschwungen. Erpflegte zu sagen, nur der sei reich, der aus den Zinsenseines Vermögens ein Kriegsheer erhalten könne. Schongenügten ihm seine gefüllten Geldkis'ten nicht mehr. Diehalbe Stadt war ihm verschuldet; warum, dachte er,sollte er nicht auch ihr König werden können?
3. Gajus Julius Cäsar. — Ein Mann ganz an-deren Schlages war Gajus Julius Cäsar. Dieserstammte aus einem altpatrizischen Hause, das den Julus,den Sohn des Äneas, als seinen Ahnherrn verehrte. Trotz-dem wäre Cäsar in seiner Jugend beinahe ein OpferSullas geworden. Weil die Gattin des Marius seine Tante