105
der Absicht, sich um das höchste Amt, das Konsulat, zubewerben. Der Senat erblickte jedoch in ihm einen ge-fährlichen Volksschmeichler und suchte deshalb seineWahl nach Kräften zu hintertreiben. So führte der ge-meinsame Haß gegen die mächtige Behörde Pompejus,
Cäsar und Crassus zusammen. Sie schlossen einen heim-lichen Bund unter sich, und dieser „Dreimänner- v -Ohrbun d“ (Triumvirat) erwies sich stärker als der Senat.
Unter dem Anschein der Demokratie verfügten die dreijetzt nach Belieben über den Staat. Willfährig beschloßdie römische Bürgerschaft, was sie vorher insgeheimunter sich ausmachten. Wie hätte jene nicht die Vor-schläge für gut halten sollen, die der beredte VolksfreundCäsar vorbrachte, die Pompejus, der bewunderte Feld-herr, und Crassus, dessen Reichtum alles anstaunte, ein-mütig unterstützten? Nach seinem Wunsche wurde CäsarKonsul. Nach Ablauf seines Amtsjahres ließ er sich dieStatthalterschaft über das südliche Gallien geben, dasdie Römer bereits zur Provinz gemacht hatten. Hier fander endlich Gelegenheit, zu zeigen, daß er nicht bloß eingewandter Redner und Volksführer, sondern vor allemein gewaltiger Feldherr war. Er faßte den Plan, ganzGallien der römischen Oberherrlichkeit zu unterwerfen.
Die Gallier oder Kelten, die alles Land zwischen demRhein und dem Atlantischen Ozean ihr eigen nannten,batten schon einen gewissen Grad von Gesittung erreicht.
Sie besaßen Städte und trieben Schiffahrt, Handel undGewerbe. Aber ihre Priester, die Druide n, brachtennoch Menschenopfer dar, und trotz anerkannter Tapfer-keit waren die Gallier nicht imstande, den Römern zu"widerstehen, da sie in viele Stämme zerfielen, die unter-einander in ewigem Hader lebten. So unterwarf Cäsarzunächst die Helvetier, die eben im Begriffe standen, ihre 58 v. UhrHeimat, die Schweiz, zu verlassen, um neue Sitze weiterim Westen aufzusuchen. Dann bezwang er in achtjährigenKämpfen alle übrigen gallischen Stämme. Er drang sogarüber den Rhein nach Deutschland und fuhr über den