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nannten, lebten. Eine solche Mönchswohnung, die nachaußen durch eine Mauer abgeschlossen war, hieß Klo-ster, d. i. abgeschlossener Ort. Wie eine ansteckendeKrankheit griff das Mönchstum von Ägypten aus um sich.Selbst Frauen entsagten der Welt und lebten als Nonnenin Klöstern vereint. Auch ins Abendland drang dasMönchstum und fand hier einen Gesetzgeber in dem hei-ligen Benedictus von Nursia. Dieser stellte fürein italienisches Kloster, dessen Abt er war, eine festeum 500 Regel auf, welche die Mönche zu dem feierlichen Gelübden. Chr. c j er Armut, Ehelosigkeit und des Gehorsams verpflichteteund gebot, daß mit den frommen Übungen nützliche Ar-beiten abwechseln sollten. Diese Regel wurde von denmeisten Klöstern im Abendlande angenommen und es ent-stand dadurch der Mönchsorden der Benedik-tiner. Diese alten Klöster erwarben sich mannigfacheVerdienste. Sie waren in der hereinbrechenden Verwil-derung beinahe die einzigen Zufluchtstätten für Kunstlind Wissenschaft. Was wir von den Werken der Altenbesitzen, verdanken wir meist der Tätigkeit emsigerMönche, die Abschriften davon verfertigten und in ihrenBibliotheken aufbewahrten. Sie kümmerten sich um Er-ziehung und Unterricht, aus ihnen gingen die unermüd-lichen Glaubensboten hervor, die mit der Lehre vomKreuze zugleich den Samen höherer Gesittung aus-streuten. Mitten unter den Wilden erhoben sich Klöster,deren Insassen Gottesdienst und Schule hielten, aber auchUrwälder lichteten, Moräste trockneten und Einöden inliebliche Gelände verwandelten. Manches ist der Keimeiner blühenden Stadt geworden. So hat das Mönchstum zuseiner Zeit viel Gutes gestiftet und segensreich gewirkt.
§ 23. Die Völkerwanderung.
/ 1. Die alten Deutschen. — Obwohl die Römer
ihr Reich stolz ohne weiteres den „Erdkreis“ nannten, sogab es doch selbst in Europa große Völker, die ihre Selb-
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