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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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spiel. Durch den Tod der Führer wurde die Mannschaftvollends entmutigt und ließ sich wehrlos von den wildenFeinden abschlachten. 30,000 der besten Soldaten fandenim Teutoburgerwald den Untergang, und jede Spur von 9 n. Chrrömischer Herrschaft verschwand ostwärts vom Rheine.

Als die Trauerkunde nach der Hauptstadt kam, zerrißder greise Augustus sein Gewand, und oft hörte man ihnklagend ausrufen: „Varus, gib mir meine Legionen wie-der!“ Wohl versuchten die Römer die Schmach zu rächenund die verlorene Provinz zurückzuerobern. Aber dertapfere Armin vereitelte alle ihre Anstrengungen. Zuletztverdroß es die Kaiser, nutzlos ihr Geld und ihre Soldatenaufzuopfern, und sie gaben den Gedanken an eine Unter-werfung Germaniens auf. So wurde Armins Sieg einWendepunkt in der Weltgeschichte. Ohne ihn wäreDeutschland wie Gallien ein römisches Land gewordenund schwerlich erklänge heute die deutsche Zunge an denUfern des Rheines und der Elbe. Der Held selber fandein frühzeitiges Ende. Es hieß, er strebe nach der Königs-würde, und er fiel durch Meuchelmord, erst 37 Jahre alt.

Sein Volk aber pries ihn noch lange in Liedern als seinenBefreier.

5. 1) i e H n neu (um 370 n. Chr.). — Fortan be-schränkten sich die Römer den Deutschen gegenüber dar-auf, gute Grenzwacht zu halten. Denn immer standen diekampflustigen Barbaren auf der Lauer, um in das Reichmit seinen wohl angebauten Provinzen und schätze-erfüllten Städten einzubrechen. Freilich mußten sie, so-lange Kaiser wie Trajan an der Spitze standen, ihre Beute-gier bezähmen. Aber sobald die innere Ordnung in Romsich lockerte, erfolgte ein furchtbarer Einfall nach demandern. Mit Mühe behaupteten die Kaiser den Rhein unddie Donau gegen die Barbaren als Grenze. Endlich tratein Ereignis ein, das die Völkerwanderung von neuem inFluß brachte und die Germanenstämme mit unwider-stehlicher Gewalt in die römischen Lande hineintrieb. DieHunnen, ein unstet umherschweifendes, räuberisches