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Enten und Beilen vollziehen. Das alles schien dem freiendeutschen Manne unerträgliche Schmach; er kam sichvor, wie zum Sklaven erniedrigt, denn nur dieser zahltenach deutschem Brauch Abgaben und wurde mit Ruten-hieben bestraft. Auf der anderen Seite suchten die Römerdie Vornehmen zu gewinnen, indem sie diese mit Ehrenüberhäuften und als Offiziere in ihr Heer treten ließen.Manche germanische Edle befreundeten sich in der Tatmit dem römischen Wesen. So auch dem Anschein nachArmin, ein junger Adeliger vom Stamme der Cherus-ker, die an der Weser ihre Sitze hatten. Von schnellerAuffassungsgabe, voll feurigen Mutes, der ihm aus Ant-litz und Augen leuchtete, hatte der junge Germane ganzdas Vertrauen des Varus gewonnen und war sein steterBegleiter und oft sein Tischgenosse. Aber Armins Freund-schaft mit den Römern war eitel Verstellung. Im Grundeseines Herzens kannte er keinen liöhern Ehrgeiz, als den,sein Volk von dem Fremdjoch zu befreien. Er stifteteinsgeheim eine Verschwörung unter den Cheruskern undanderen Deutschen. Nach Verabredung empörten sich zu-nächst einige entfernter gelegene Stämme. Varus brachmit seinem Heere auf, um die Aufständischen zu züch-tigen. Armin blieb zurück, um ihm, wie er sagte, Hilfs-truppen zuzuführen. Der Marsch führte die Römer durchein schluchtenreiches, pfadloses Waldgebirge, den Teu to-burgerwald, westlich von der Weser. Schauerlichheulten die Herbststürme, der Regen fiel in Strömen, undmühsam arbeiteten sich die Soldaten durch das Dickichtvorwärts. Plötzlich zeigten sich Haufen bewaffneter Ger-manen auf allen Seiten und brachen mit wildem Schlacht-ruf auf die Überraschten ein. Auch den Armin sahen dieRömer wieder, aber nicht als Freund und Helfer, sondernals Feind und rastlosen Verfolger. Drei Tage lang suchtensich die Überfallenen dem Verderben zu entziehen, aberin dem sumpfigen Urwald wurde ihre Kriegskunst zu-schanden. Verzweiflungsvoll stürzte sich Varus in seinSchwert und die höchsten Offiziere folgten seinem Bei-