Kriegszügen schlug der waffengewaltige Kaiser jedenWiderstand nieder. Das prächtige M a i 1 a u d, die Haupt-stadt der Lombardei, mußte sich nach langer Belagerungauf Gnade oder Ungnade ergehen und wurde von dem er-barmungslosen Sieger zum abschreckenden Beispiel derZerstörung geweiht. Den übrigen Städten setzte Barba-rossa fremde Vögte, die sieh nach Tyrannenart jede Will-kür erlaubten. Durch dies harte Joch zur Verzweiflunggetrieben, erhoben sich zuletzt die Lombarden von neuem.Sie verjagten die kaiserlichen Zwingherren, halfen denMailändern ihre Stadt wieder aufhauen und schlossengegen den Kaiser sowohl ein enges Bündnis unter sich,als auch ein solches mit Papst Alexander III. Wiederzog Barbarossa über die Alpen; aber seine Streitkräftewaren diesmal zu schwach, um den Aufstand zu bewäl-1176 tigen. Tn einer Schlacht bei Leg n a n o (nordwestlich vonMailand) erlitt er, vornehmlich durch die verzweifelteTapferkeit der Mailänder, eine völlige Niederlage undmußte auf Frieden denken. Er entschloß sich dazu, Ale-xander III. als das rechtmäßige Haupt der Kirche anzu-erkennen. Zu Venedig kamen die beiden versöhntenGegner zusammen. Auf dem festlich geschmückten Platzvor der berühmten Markuskirche, angesichts einer unzäh-ligen Menschenmenge, kniete der Kaiser vor dem Papste,der ihn auf hohem Thron erwartete, nieder und küßteihm die Füße, worauf ihn Alexander unter Tränen erhol»und ihm den Friedenskuß hot. So feierte das Papsttumabermals einen glänzenden Triumph. Die Lombardenaber erhielten ihre alten Freiheiten zurück. Trotzdem er-freute sich Barbarossa noch immer eines gewaltigen An-sehens. Mit starkem Arm hielt er die kaiserliche Machtin Deutschland aufrecht und züchtigte die Fürsten, dieihm ungehorsam waren. Auch gelang es ihm, auf fried-lichem Wege eine wichtige Eroberung zu machen, indemer seinen Sohn mit der Erbin des Königreichs Neapelund Sizilien vermählte. Dadurch kam Süditalienerblich an das Haus der Hohenstaufen. Wie der ritter-
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Buch
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Seite
156
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