Buch 
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Entstehung
Seite
157
JPEG-Download
 

i

157

liehe Greis im Morgenlande sein Leben beschloß, wird 1190später erzählt werden.

(i. Friedrich II. (12121250). Noch einmal ent-> brannte der Kampf zwischen Kaiser und Papst in hef-

ligster Weise unter dem Enkel Barbarossas, KaiserF r i e d r i c h II., der den Großvater an reichen Herrscher-gaben, aber auch an Neigung zu despotischer Willkürnoch übertraf. In Italien geboren und auferzogen, fühltesich Friedrich II. trotz seiner deutschen Abstammungganz als Italiener. Um Deutschland, wo er gewöhnlicheinen seiner Söhne unter dem Titel eines römischenKönigs regieren ließ, kümmerte er sich nicht viel undließ den Fürsten dort nur zu sehr freien Lauf. Um soeifriger war er darauf bedacht, seine Herrschaft in Italienfest zu begründen. In seinem Erbreich Neapel und Si-zilien gelang ihm das aufs beste. Er gab ihm ganz neueGesetze und Ordnungen, die er mit eiserner Strenge durch-führte. Dadurch gewann er eine so unumschränkte Ge-walt über das schöne Land, wie sie damals kein zweiterKönig in Europa besaß. Unter ein gleiches Joch sollte nunauch die Nordhälfte der Halbinsel gebeugt werden. Wiedermußten die lombardischen Städte zum Schutzihrer Freiheit gegen den Kaiser zu den Waffen greifen,und wieder fanden sie dabei einen mächtigen Bundesge-nossen am damaligen Papste, Greg o r IX. Längst hattedieser die wachsende Macht der Staufer mit Mißtrauenbeobachtet. Wenn es Friedrich II. gelang, Italien imNorden und Süden sich gleich unterwürfig zu machen, sowar der Papst in Rom nicht mehr viel anderes als sein Ge-fangener. Schon waren die Lombarden auf dem Punkte, zuerliegen, da schleuderte Gregor IX. den Bannfluch gegenden Kaiser und beseelte dessen Gegner mit neuem Mute.j. Als Gregor IX. bald darauf starb, führte sein Nachfolger

I n n o z e n z IV. den Kampf mit unversöhnlichem Hasseweiter. Durch eine Kirchenversammlung zu L y o n ließ 1245er Friedrich II. als meineidigen Kirchenschänder, Ketzerund Ungläubigen all seiner Kronen entsetzen. Alle die-

tr