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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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167
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von Frankreich, nahmen das Kreuz. Der greise Barba-rossa ging mit all der Umsicht eines erfahrenen Kriegerszu Werke. Siegreich drang er in Kleinasien vor, und schonschickte sich Saladin an, vor dem gefürchteten Kaiserohne Kampf zurückziuveichen. Da wurde Barbarossa, alser im Südosten Kleinasiens über einen reißenden Berg-strom setzen wollte, von den Fluten fortgerissen und er- 1190trank. So groß war die Bestürzung und Trauer seinerBitter, daß die meisten nach Hause zurückkehrten. Wohlkamen jetzt die Franzosen und Engländer unter ihrenKönigen über das Meer hergefahren. Aber durch Uneinig-keit geschwächt, vermochten sie gegen den klugen undtapfern Saladin trotz jahrelanger Kämpfe nicht viel aus-zurichten und mußten sich schließlich mit einem Ver-trage zufrieden geben, wonach die syrischen Seestädteden Christen blieben, Saladin aber Jerusalem behielt undnur den Pilgern ungestörten Zutritt verhieß. Auch spätereKreuzzüge hatten keinen dauernden Erfolg. 200 Jahre,nachdem Urban II. das Abendland zur Eroberung desheiligen Grabes unter die Waffen gerufen, waren dieletzten christlichen Besitzungen aus Palästina ver-schwunden.

7. Die geistlichen Ritterorden. Wenn dieChristen sich überhaupt so lang im Morgenland hattenbehaupten können, war das nur den drei geistlichenRitterorden der Tempelherren, Johanniter undD e u t schherre n zu verdanken, die während der Kreuz-züge entstanden waren und eine Art stehendes Heer inPalästina bildeten. In diesen Orden verband sich dasMönchstum mit dem Rittertum. Wie die Mönche, legtendie Ordensritter die Gelübde der Ehelosigkeit, Armut unddes Gehorsams ab, fügten aber ein viertes hinzu, das desKampfes für die Pilger und die heiligen Stätten. An derSpitze jedes Ordens stand ein Groß- oder Hochmeister.

Bald gewannen diese Orden hohes Ansehen. Angehörigeder edelsten Geschlechter traten ihnen bei, und wie denMönchsorden, flössen auch ihnen Schenkungen und Ver-