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liehe Besatzung war doppelt so stark und Jerusalem eineschwer bezwingliche Feste. Aber die Begeisterung ließdie Christen Wunder der Tapferkeit verrichten. Sieschoben gewaltige hölzerne Türme an die Mauern heran, >
von denen aus sie diese erstiegen, und erstürmten dieStadt. Wilden Tieren gleich metzelten die Sieger dieganze Bevölkerung nieder; kein Alter, kein Geschlechtwurde verschont. Und dieselben Menschen, die soebenin fanatischer Mordlust geschwelgt, eilten dann zu denheiligen Stätten und warfen sich schluchzend zu heißemDankgebet auf die Knie. Die Führer beschlossen, einchristliches Königreich in Jerusalem zu errichten. Sieboten die Krone, nachdem andere sie abgelehnt, dem Her-zog Gottfried von Bouillon an, der sich durchseine Tapferkeit und seinen schlichten Sinn allgemeineZuneigung erworben hatte. Er übernahm die Sorge derRegierung, wollte aber da, wo der Heiland die Dornen-krone getragen, sich keine goldene aufsetzen und nanntesich nur Beschützer des heiligen Grabes. Noch erfocht ►
der fromme Held über ein großes feindliches Heer, dasIKK) aus Ägypten anrückte, einen glänzenden Sieg. Dann raffteihn schon im nächsten Jahre eine ansteckende Krankheitdahin und es folgte ihm sein Bruder Balduin, der denKönigstitel annahm.
6. Ausgang der Kreuzziige. — Dem neuenKönigreich Jerusalem war jedoch kein langes Dasein be~schieden. Wohl strömten beständig Kreuzfahrer in klei-nern oder großem Scharen nach dem Morgenland; abertrotzdem ging es mit der christlichen Herrschaft daselbsteher rückwärts als vorwärts. Zuletzt eroberte der kriegs-tüchtige Sultan Saladin von Ägypten Jerusalem wie-der, 88 Jahre nachdem es die ersten Kreuzfahrer erstürmthatten. Die Schmach, das heilige Grab wieder in den Hän-den der Ungläubigen zu sehen, entflammte noch einmaldie alte Begeisterung, Die mächtigsten Herrscher desAbendlandes, Kaiser F r i e d rieh I., König R i c h a r dLöwen herz von England und Philipp August