Buch 
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Entstehung
Seite
175
JPEG-Download
 

Zeit, da die Schweizer ihre Siege hei Sempach und Näfelsgewannen, erlitten die süddeutschen Städte durch die 1388Fürsten und Kitter schwere Niederlagen, und ihre Bündemußten sich auf kaiserlichen Befehl auflösen. Von da ansank die Macht der deutschen Städterepublikeu, und diesewurden allmählich bis auf wenige von den Fürstentümernverschlungen.

§ 31. Entstehung der Eidgenossenschaft.

1. Ewiger Bund der Waldstätte (1291). M o r-garten (1315), S e m p a c h und Näfels (1386/88).Neben den Städtebünden war am Fuß der Alpen, an denGrenzen Deutschlands, Burgunds und Italiens, ein eigen-artiger Bund entstanden, der nicht bloß Städte, sondernauch bäuerliche Gemeinwesen umfaßte. An denGestaden des Vierwaldstätter-Sees wohnten Hirten, diedurch ihre Klugheit und Tapferkeit sich Freiheiten zuerwerben wußten, wie sie sonst im Reiche nur den an-gesehensten Städten zuteil wurden. Das Ländchen Uriwar schon 1231 r e i c h s f r e i geworden und S c h w y z 1281und IT n t e r w a 1 d e n, die noch unter der Botmäßigkeitder Grafen von Habsburg standen, trachteten nachdem gleichen Ziele. Während der Kämpfe Kaiser Fried-richs II. mit der Kirche stellten sie sich im Gegensatz zuihrem Grafen, der zum Papst hielt, auf seiten des Kaisers,der ihre Treue mit den gewünschten Freiheitsbriefen be-lohnte. Zwar anerkannten die Habsburger die Briefe desgebannten Reichsoberhauptes nicht, und die beiden Län-der mußten sich nach Friedrichs Tod ihrer Herrschaftwieder fügen. Aber die zähen Bergleute verloren ihr Zielnicht mehr aus den Augen. Am 1. August 1291, wenige 1291Wochen nach dem Tode König Rudolfs, schlossen die dreiWaldstätte einen ewigen Bund miteinander. Die ersteFrucht ihres engen Zusammenhaltens war, daß KaiserHeinrich VII. sie im Jahre 1309 sämtlich für reichs- 1808frei erklärte und der österreichischen Herrschaft gänzlichentzog. Als nach Heinrichs VII. Tod Friedrich der