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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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177
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2. S t. J a k o b (1444), Grandson, Marten undNancy (1476/77). Die republikanische Verbindung derSchweizer gedieh und ruhte nicht, bis sie ihre natürlichenGrenzen, den Rhein im Norden und Osten und den Juraim Westen, erreicht hatte. Umsonst, daß der habsbur-gische Kaiser Friedrich III. die wüsten Söldnerbandendes Königs von Frankreich gegen sie zu Hilfe rief. Todes-mutig warfen sich 1500 Eidgenossen den 40,000Armag-naken, die der französische Kronprinz heranführte, ent-gegen, um bei St. Jakob an der Birs glorreich zu 1444sterben. Es war eine Niederlage, die gleich derjenigendes Leonidas einen herrlichen Sieg bedeutete. Den wel-schen Raubscharen verging die Lust, in diesseltsameLand einzudringen, und der König von Frankreich zoges vor, mit dem tapfern Volke in Friede und Freundschaftzu leben. Bald stieg der Ruhm der Schweizer noch höher.Zwischen Frankreich und Deutschland drohte ein neuesgroßes Reich zu entstehen, das der mächtigen Herzoge vonBurgund. Karl der Kühne war der reichste undglänzendste Fürst seiner Zeit. Schon erstreckten sichseine Lande von Amsterdam bis in die Nähe von Genf,und im Besitze eines starken, kriegsgeübten Söldner-heeres dünkte er sich gewaltiger, als der König von Frank-reich oder der Kaiser. Als er aber gegen dieSchweizerBauern zog, um auch diese unter sein Joch zu zwingen,da zerschellte seine Macht, wie Glas. Seine Söldner wur-den von den Eidgenossen bei Grandson und M urte n 1476/zermalmt, und bei Nancy fand der stolze Herzog selberden Tod. Seitdem genossen die Schweizer den Ruhm, daserste Kriegsvolk Europas zu sein. Die Deutschen, Ita-liener, Franzosen und Spanier ahmten ihre Kriegsweisenach. Päpste und Kaiser, Könige und Republiken buhltenom ihre Freundschaft, und nur zu willig verkauften sie ihrBlut an Fremde, namentlich an den König von Frank-reich.

3. T r e n n u n g der Schweiz vom deutsche nReich (1409). Noch immer galten die Schweizer als

Oechsli, Allgemeine Geschichte.

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