Angehörige des römisch-deutschen Heiches. Aber für ihreBundesrepublik war da nel)en den Fürsten kein rechterPlatz. Die Eidgenossenschaft war das mächtigste Glieddes Reiches geworden und doch hatte sie in demselbenweniger zu sagen, als der kleinste Fürst oder Bischof. DerKaiser vollends war, seit die Krone wieder an die Habs-burger gefallen war, ihr geborner Feind. Während derlangen Regierung Friedrichs III. erfuhren die Schweizervom Reichsoberhaupt nichts als Feindseligkeiten und Ver-rat; nie empfingen sie vom Reiche in ihren Nöten diegeringste Hilfe. War es da ein Wunder, daß sie sich umKaiser und Reich nicht mehr kümmerten und als selb-ständige Macht nach ihrem Ermessen Bündnisse schlossenund Kriege führten! Als sie längst gewohnt waren, sichselbst zu schützen und zu regieren, suchte König Maxi-m i 1 i a n im Verein mit den Fürsten des Reiches sie wie-der enger an dieses zu ketten, um sie seinen Absichten149ä dienstbar zu machen. Ein Reichstag zu Worms faßteBeschlüsse, durch welche in Deutschland eine bessereOrdnung hergestellt und dem Reiche wieder Kraft nachaußen gegeben werden sollte. Bei Strafe der Acht wurdejede gewaltsame Selbsthilfe, jede Fehde im Tunern desReiches verboten. Zur Entscheidung von Streitigkeitenwurde ein oberster Gerichtshof für ganz Deutschland, dassogenannte Reichska m m e r g e r i c h t, eingesetzt undeine allgemeine Reichssteuer, der „gemeine P f e n n i g“eingeführt, der zum Unterhalt des Kammergerichts und zurAusrüstung von Kriegsheeren dienen sollte. Nun wurdenauch die Eidgenossen aufgefordert, diesen Beschlüssennachzuleben. Aber so wohlgemeint diese für das Ganzewaren, für die Schweizer kamen sie zu spät. Sie hattenweder Lust, dem habsburgischen Rcichsoberhaupt, ihremErbfeind, Steuern zu bezahlen, noch wollten sie einemvom Kaiser und den Fürsten ernannten Gerichtshof Ge-walt über sich geben. Sie wollten mit einem Wort ihremit ihrem Blute errungene Unabhängigkeit behauptenund ließen sich weder durch Bitten, noch durch Drohun-
zuletzt gesucht
- Noch keine Suchworte
Letzte Trefferliste
Die letzte Trefferliste besteht aus Ihrer letzten Suche, samt Filter- und Sucheinstellungen.
AnzeigenSchliessen
Buch
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Seite
178
JPEG-Download
verfügbare Breiten