Buch 
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
Entstehung
Seite
200
JPEG-Download
 

200

nung auf leicht zu erwerbende Reichtiimer. Wie war Co-lumbus aber bestürzt, als er bei seiner Ankunft keinender zurückgelassenen Spanier mehr am Leben fand! Esstellte sich heraus, daß diese von den Eingebornen, diesie durch schnöde Mißhandlungen zur Gegenwehr ge-trieben hatten, erschlagen worden waren. Nicht wenigerenttäuscht waren die Auswanderer, die gehofft hatten,Gold wie Sand zu finden. Statt dessen mußten sie ar-beiten, Land urbar machen und Häuser bauen, und diesin dem heißen, ungesunden Klima, das sie bald mit Krank-heiten heimsuchte. Schon kehrten Unzufriedene nachSpanien zurück, und Columbus, der inzwischen durchneue Fahrten die von ihm entdeckte Inselwelt näherdurchforscht hatte, hielt es für notwendig, den Anfein-dungen und Verleumdungen, die sich gegen ihn erhoben,persönlich entgegenzutreten. Er setzte daher seinenBruder Bartholomäus als Statthalter ein und fuhrnach Hause. Dort gelang es ihm, sich in der Gunst desKönigspaares neu zu befestigen. Abermals mit einerFlotte ausgerüstet, begann er seine dritte Reise. Daer diesmal seinen Lauf weiter nach Süden richtete, ent-1498 deckte er fast um dieselbe Zeit, da Vasco da Gama inIndien anlangte, das Festland von S ü d a meri k a, dawo der Orinocostrom seine mächtigen Fluten ins Meer er-gießt. Er verfolgte jedoch seine Entdeckung nicht weiter,da ihn die Unruhe um seine Kolonie nach Haiti trieb.Hier fand er die Mehrzahl der Spanier im hellen Aufruhrgegen seinen Bruder, den sie als Fremdling haßten. Aucher vermochte weder durch Güte noch durch Gewalt denGehorsam herzustellen. Da sandte der Hof einen Unter-suchungsrichter nach der Insel, namens B o v a d i 11 a,der sofort für die Aufständischen Partei ergriff und seineVollmachten dazu mißbrauchte, den Columbus zu ent-setzen und ihn samt seinen Brüdern in Ketten nach Spa-nien zurückzuschicken. Ferdinand und Isabella, entrüstetüber die Schmach, die dem großen Manne angetan wor-den war, ließen ihn sogleich in Freiheit setzen und be-