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Werke, sondern allein durch den Glauben selig werde.Durch seinen musterhaften Wandel, sowie durch seine inunablässigen Studien erworbene Gelehrsamkeit zog er dieAufmerksamkeit seiner Obern auf sich und wurde in dasAugustinerkloster zu Wittenberg versetzt, damit erhier an der von Friedrich dem Weisen, dem Kur-fürsten von Sachsen, neu gegründeten Universität alsLehrer wirken könne. Luther erwarb sich die Würdeeines Doktors der Theologie und wurde bald eine Zierdeder Hochschule, während er zugleich als trefflicher Pre-diger hohes Ansehen gewann. Bei der tiefinnerlichenFrömmigkeit, die ihm eigen war, erschien ihm das Treibender Tetzel und Genossen als ein Greuel, und sein Gewissentrieb ihn an, dagegen aufzutreten, mochte daraus erfolgen,was da wolle.
4. Die Disputation zu Leipzig (1519). — Un-zählige freuten sich über den Mannesmut des WittenbergerMönches; aber auch erbitterte Gegner wurden gegen ihnlaut. Schon hieß es, Luther sei ein Ketzer und müssebrennen. In Rom wurde ein Prozeß gegen ihn angehobenund er aufgefordert, sich binnen (50 Tagen vor dem Gerichtzu stellen. Die Reise nach Rom wäre für Luther dersichere Tod gewesen. Da setzte sein Landesherr, Friedrichder Weise, es durch, daß er sich einstweilen nur in Augs-burg vor einem dort weilenden päpstlichen Gesandten,dem Kardinal Ca je tan, zu stellen hatte. Der hoch-mütige Italiener suchte die „deutsche Bestie mit den tie-fen A\igen und wunderlichen Phantasien im Kopte“, wieer hernach Luther nannte, durch Drohungen und barschesAuftreten zu demütigem Widerruf zu bringen. AlleinLuthers gutes Gewissen empörte sieh gegen eine solcheBehandlung. Statt zu widerrufen, floh er heimlich nachWittenberg zurück. Dagegen erklärte er sich bereit, umdes Friedens der Kirche willen zu schweigen, wofern seineGegner dasselbe täten. Doch diese sorgten dafür, daß derStreit nicht im Sande verlief. Dr. Eck, Professor zuTngolstadt, ein gelehrter Vielwisser und glänzender Wort-