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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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die geistlichen, suchten sie dagegen nach dem Vorgangdes Kaisers, der in seinen Erblanden mit Feuer undSchwert dagegen wütete, mit Gewalt zu ersticken. DieFolge war, daß unter den kampflustigen Freunden derneuen Lehre der Plan reifte, Gewalt mit Gewalt zu ver-treiben. Längst hatte der streitbare Ulrich von H u t-t e u seinen Freund Franz von Sickingen, der mancheBurgen und großen Anhang unter dem Ritterstande be-saß, au fgefordert, das Schwert gegen die Römlinge zuziehen. Jetzt schlug Sickingen los. Seine Absicht war,die geistlichen Fürsten in Deutschland zu stürzen unddadurch dem Evangelium eine Gasse zu machen. Aberseine Schilderhebung mißlang. Die Fürsten hielten zu-sammen, ihr Geschütz zerschmetterte Sickingens Burgen,und er seihst fiel, von einer Kugel tödlich verwundet. Ul-rich von Hutten floh geächtet und krank in die Schweiz,wo der edle Zwingli sich seiner annahm. Im Alter von35 Jahren starb der ritterliche Kämpfer für Freiheit undVaterland auf der Insel Ufenau im Ziirichsee, indem ernichts als eine Feder hinterließ.

9. Der Bauernkrieg (1524/25). — Aber schon be-reitete sich eine andere, weit furchtbarere Erhebung vor.Die ganze deutsche Bauerschaft stand in Gärungund nicht bloß der Religion wegen. Der Hauptgrund warvielmehr die Unzufriedenheit mit ihrer elenden Lage.Der größere Teil schmachtete in Hörigkeit oder Leib-eigenschaft, d. h. in einer halben Sklaverei. Wenn auchder Leibeigene sein eigenes Gütlein besaß, so hatte erdoch einen Edelmann oder Abt zum Herrn, von dem erauf Schritt und Tritt abhängig war und der ihn nachKräften aussaugte. Er mußte mit Weib und Kind für dieHerrschaft unentgeltlich alle Arten von Feldarbeiten ver-richten, Fuhr- und Botendienste leisten, hei der Jagd mit-helfen, im Walde Schwämme und Beeren suchen, dasSchloß mit Bau- und Brennholz versehen u. s. w. undmochte dann Zusehen, wie er neben diesen „Frondiensten“mit seinem Gütlein fertig wurde. Wenn der Edelmann

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