unterwerfen sollten. Als sie sich weigerten, entschloß ersich, das Schwert zu ziehen. Noch rascher als er war je-doch der Schmalkaldenerbund, an dessen Spitze der Kur-fürst Johann F r i e d r i c li von Sachsen und Land-graf Philipp von Hessen standen, zum Kampfe be-reit. Die Verbündeten hätten den Kaiser in große Notbringen können, wenn sie einig und entschlossen gewesenwären. Aber der eine wollte dies, der andere das, unddarüber ging der günstige Augenblick zuin Handeln ver-loren. Schon herrschte im protestantischen Heere Zwie-tracht und Entmutigung, als ein Verräter es völlig aus-einandersprengte. Der junge Herzog Moritz von Sach-s e n hatte sich, obwohl Protestant, aus schnödem Ehr-geiz heimlich mit dem Kaiser verbündet und fiel währendder Abwesenheit seines Vetters, des Kurfürsten, feindlichin dessen Lande ein. Jetzt löste sich die Streitmacht derSchmalkaldener auf. Ein jeder eilte nach Hause, umsein eigenes Heim zu schützen, und mit den also Geteiltenhatte der Kaiser leichtes Spiel. Nachdem er die süd-deutschen Protestanten unterworfen, rückte er gegen denKurfürsten von Sachsen, schlug ihn bei Mühlberg an 154-7der Elbe und nahm ihn selbst gefangen. So konnte Karlals Sieger in die Hauptstadt des Protestantismus, in Wit-tenberg, einziehen. Hier traf er den gewaltigen Mönch,den er einst zu Worms geächtet, nicht mehr unter denLebenden. Nur wenige Monate vor dem Ausbruch desKrieges war Luther auf einer Reise in seiner Geburts-stadt Eisleben gestorben. Der Kaiser ließ sich das Grab, 154«das man ihm in der Schloßkirche zu Wittenberg errichtethatte, zeigen und sprach, als ihm sein oberster Feldherr,der finstere Spanier Alba, riet, die Gebeine des Erzketzersverbrennen zu lassen, das schöne Wort: „Ich führe Kriegmit den Lebenden, nicht mit den Toten!“ Gegen die Leben-den verfuhr er allerdings hart genug. Über den gefangenenKurfürsten Johann Friedrich ließ er das Todesurteilfällen, und wenn er es auch nicht vollzog, so nahm er ihmdoch sein Land samt der Kurwürde und gab beides dem
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