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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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225
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Freilich galt diese Religionsfreiheit eigentlich nur fürdie Landesherren, die ihre Untertanen nach ihrem Be-lieben zur Annahme des einen oder andern Bekennt-nisses zwingen konnten.

5. K a r 1 s V. A b d a n k u n g u n d T o d (1558). — Um-sonst hatte sich inzwischen der Kaiser bemüht, den Fran-zosen ihre Beute wieder zu entreißen. Bei einer Belage-rung von Metz verlor er den Drittel seines Heeres, ohneetwas auszurichten. Dies Mißgeschick nach so glänzendenErfolgen, sowie zunehmende Kränklichkeit bewogen ihn,zum Erstaunen der Zeitgenossen, seine Kronen freiwillig 155(5niederzulegen. Die Kaiserwürde ging auf seinen BruderFerdin a n d über, dem er längst die Regierung der, österreichischen Erblande überlassen hatte undder auch von den Böhmen und Ungarn, soweit diesenicht unter türkische Herrschaft geraten waren, zumKönige gewählt worden war. Spanien, die Nieder-1 a n d e, Mailand, Neapel und die Neue Welttrat Karl seinem Sohne Philipp II. ab. So teilte sichdas Haus Habsburg fortan in eine spanische undeine österreichische Linie. Nach der Abdankung zogsich der Kaiser nach Spanien auf ein Landhaus zurück,das er sich neben dem einsamen Kloster Juste hatte er-bauen lassen, und verbrachte hier die letzten zwei Jahreseines Lebens in behaglicher Muße und eifriger Bezeugung 1558seiner katholischen Frömmigkeit.

§ 40. Zwingli und Calvin.

1. Ulrich Zwingli in Zürich (1519—1531)- —Gleichzeitig mit Luther, aber unabhängig von ihm, warin der Schweiz ein Reformator aufgetreten, UlrichZwingli, der seit 1519 als Pfarrer am Großmünster inZ ii rieh wirkte. Ehe die Welt etwas von Luther wußte,hatte sich Zwingli, der an Bildung die gewöhnlichen Geist-lichen seiner Zeit weit überragte, mit der Überzeugungerfüllt, daß alle Lehren und Einrichtungen der Kirche,

Oechsli, Allgemeine Geschieht»».

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