Erdteilen. Das vornehmste Ziel des Ordens aber war undblieb die Vernichtung des Protestantismus. In den Je-suiten verkörperte sich recht eigentlich die religiöse Un-duldsamkeit der Zeit. Bei jeder Gelegenheit redeten sieder Ausrottung der Ketzer mit Feuer und Schwert dasWort. Wenn das berüchtigte Wort: „Der Zweck heiligtdas Mittel“ sich in ihren Schriften nicht in dieser Formausgesprochen findet, so war es jedenfalls der Grundsatz,nach dem sie handelten. Vor nichts scheuten sie zurück,wenn es den Vorteil Korns oder ihres Ordens galt. Sie er-fanden eine Sittenlehre, die es ihnen möglich machte,unter Umständen Lüge, Meineid und Mord zu rechtfer-tigen. Nach ihren Grundsätzen durfte man jede Unwahr-heit beschwören, wofern man nur Sorge trug, den Wortenim stillen einen andern Sinn zu unterlegen, als derjenige,der sie anhörte. „Eine solche Schlauheit“, schreibt einerihrer berühmtesten Lehrer, „ist von großem Nutzen, umvieles zu verbergen, was verborgen bleiben muß, und wasdoch nicht ohne Lüge und Meineid verheimlicht werdenkönnte, wenn es nicht auf diese Weise geschehen dürfte.“Ist es da ein Wunder, wenn das Wort „Jesuit“ zum In-begriff der Tücke und Falschheit geworden ist? Nicht nurvon Protestanten, auch von guten Katholiken ist dieJesuitenmoral als eine Schande für die Menschheit ge-brandmarkt worden.
II. Das Zeitalter «1er Rtdi^ions-
liriejye.
§ 42. Philipp II. und die Niederlande.
1. Philipp 11. (1556—1598). — Ein Herrscher sorecht nach dem Herzen der Jesuiten war Philipp II.\ on S p a n i e n, der Sohn und Nachfolger Karls V. DerKetzerhaß des Vaters hatte sich bei ihm noch gesteigert.Auch in Spanien gab es Priester und Laien, die lutheri-