gen. Kirchen, die Protestanten erbauten, wurden geschlos-sen, protestantischen Dörfern katholische Pfarrer vorge-setzt und alle Klagen in Wien schroff ahgewiesen. Amschlimmsten wurde die religiöse Verfolgung, als Ferd i-nand II. den Thron bestieg, ein Zögling der Jesuiten, dereinst auf einer Wallfahrt das Gelübde abgelegt hatte,wenn er zur Regierung komme, werde er die Ketzer ausseinen Landen vertreiben, und sollten diese darob zurWüste werden. Zuletzt ging den Rühmen über den bestän-digen Quälereien die Geduld aus. Als der Erzbischof vonPrag eine evangelische Kirche kurzerhand niederreißenließ und der Hof auf die Klagen der Protestanten mitDrohungen antwortete, ritten die Häupter des Adels im Mai1618 1618 nach Prag, drangen ins Schloß und warfen zwei kai -serliche Statthalter samt ihrem Schreiber durch dasFenster sechzig Fuß tief in den Schloßgraben hinunter.Bald flammte der Aufruhr durch das ganze Land. DieBöhmen wollten den Feind ihres Glaubens nicht längerauf ihrem Throne dulden. Sie entsetzten Ferdinand II.und wählten zu ihrem König den reformierten KurfürstenFriedrich V. von der P f a 1 z, der sich bewegen ließ,die gefährliche Krone anzunehmen. Aber Ferdinand II.erhielt Hilfe von seinem Jugendfreund, dem Herzog Maxvon Bayern, einem eifi'igen Katholiken, der ein wohl-gerüstetes Heer und an dem Belgier T i 11 y einen vorzüg-lichen Feldherrn besaß. Ti 1 ly rückte in Böhmen ein. Am1620 weißen Berg bei Prag kam es zur Schlacht und ineiner Stunde war alles entschieden. Die Böhmen wurdenvöllig besiegt, Friedrich V. floh aus dem Lande, und einfurchtbares Strafgericht folgte. Die Führer der Aufstän-dischen wurden enthauptet, zahllose Familien durch Ein-ziehung ihrer Güter an den Bettelstab gebracht und dieFreiheiten dos Landes vernichtet. Den Majestätsbriefzerschnitt Ferdinand mit eigener Hand. Alle evangelischenPrediger und Lehrer wurden aus Böhmen verjagt. Dafürströmten Jesuiten und Mönche ins Land, und wo derenBeredsamkeit nichts fruchtete, da vollbrachten Banden
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