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mul aufheben, dem Volke Steuern und Lasten auferlegen,in den Gang der Gerichte eingreifen, kurz alles tun dürfen,was ihm gut schien. Den Gipfel erstieg dieser Herrscher-1H43-1715 stolz in dem Enkel Heinrichs IV., Ludwig XIV., der,als fünfjähriges Kind gekrönt, 72 Jahre lang König warmul über ein halbes Jahrhundert Frankreich wirklichregierte. Ludwig XIV. hegte von seiner Würde die hoch-fahrendsten Vorstellungen. „Ich hin der Staat!“ soll ereinmal ausgerufen haben. „Der König ist der von Gottgesetzte und nur ihm verantwortliche Hüter der Men-schen. Die Untertanen haben ihm blindlings zn gehorchen,ohne zu fragen, warum. Alles, was sich im Lande befindet,gehört ihm, sogar das Privateigentum seiner Untertanen,und er kann damit schalten, wie er will.“ So dachte undhandelte Ludwig XIV. Der Anfang seiner Regierung warglänzend. Er umgab sich mit trefflichen Ministern. Einerderselben, C o 1 b e r t, ordnete das Geldwesen des Staatesin musterhafter Weise und suchte den Wohlstand desLandes durch planmäßige Einführung neuer Industrie-zweige zu heben. Er zog fremde Arbeiter herbei, legteMusterschulen an, ermunterte die Handwerker und Fabri-kanten durch Belohnungen und suchte auf alle Weiseden aufblühenden Gowerbefleiß zu schützen und zu för-dern. Zur Hebung des Handels legte er schiffbare Kanälean. Er verbesserte und vermehrte die Seehäfen Frank-reichs, schuf zum Schutz des französischen Seehandelseine gewaltige Kriegsflotte und gründete Niederlassungenin Amerika, Afrika und Indien. Eine Weile schien es,als ob die Franzosen als Seevolk mit den Holländern undEngländern wetteifern würden. Andere Minister brachtendas französische Heerwesen zu einer bis dahin unerreich-ten Vollkommenheit. Die französische Armee war nichtnur an Zahl die stärkste, sondern auch die am besten aus-gerüstete und geschulte in ganz Europa. Der Ruhm Lud-wigs XIV. wurde noch dadurch erhöht, daß unter ihmdas „goldene Zeitalter“ der französischen Literatur an-brach. Frankreich beherbergte damals eine Fülle von