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zerstören. Man entriß den reformierten Eltern ihre Kin-der, inn sie katholisch zu erziehen. Man schloß die Prote-stanten von allen Ämtern aus, man. verbot ihnen Hand-werk und Gewerbe und zerstörte ihre Kirchen. Man ge-riet auf den Einfall, bei den Ketzern Dragonerbanden ein-zuquartieren, die ihnen nicht bloß Hab und Gut ver-praßten, sondern sie aufs entsetzlichste quälten und miß-handelten; denn es war diesen Soldaten ausdrücklichalles erlaubt, außer dem Morde. Endlich hob der König1085 1685 das Edikt von Nantes in aller Form auf undverbot jeden protestantischen Gottesdienst bei den här-testen Strafen. Nicht einmal die Auswanderung wurdeden unglücklichen Reformierten gestattet. Aber, obgleichGaleeren- und Todesstrafe darauf stand, Unzählige ent-flohen der unmenschlichen Verfolgung ins Ausland, woman sie gerne aufnahm, und Frankreich verlor Hundert-tausende seiner fleißigsten und tüchtigsten Bürger.
3. Ludwigs Raubkriege. — Noch verderblicherwirkte Ludwig XIV. durch seine eitle Ruhmgier. Um als„Mehrer des Reiches“ zu glänzen, unternahm er einenKrieg nach dem andern und überfiel seine Nachbarn,Spanien, Holland, Deutschland, unter den nichtigstenVorwänden. Da er lange siegreich war und ungestraftein Grenzland um das andere an sich reißen konnte, wurdesein Übermut zuletzt so groß, daß er mitten im Frieden1681 die freie deutsche Reichsstadt Straßburg und andereGebiete wegnahm, und das deutsche Reich war so ohn-mächtig, daß es sich diesen Schimpf gefallen lassen mußte.Zuletzt erhob Ludwig, da die spanische Linie der Habs-burger ausstarb, Erbansprüche auf das ganze spanischeReich. Aber seine Anmaßung und Ländergier hatte solcheinen allgemeinen Haß erweckt, daß sich fast alle euro-päischen Staaten, Engl a n d, Österrei c h und H o 1-1 a n d an der Spitze, zu einem großen Bunde zusammen-taten, um eine französische Weltherrschaft zu verhüten.So entbrannte im Beginn des 18. Jahrhunderts der „s p a-01—14 nisclie E r b f o 1 g e k r i e g“, der über ein Jahrzehnt
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