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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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nigs, für Karl II., zu den Waffen. Im Ausland herrschtenur eine Stimme des Abscheus gegen dieKönigsmörder.Die Gesandten der Republik wurden von den Höfen fort-gejagt, in Holland und Spanien sogar von flüchtigen An-hängern des Königs ermordet, ohne daß die Regierungendie Täter zur Strafe zogen. Aber der Glaube, in ihremVaterlande die Freiheit zu begründen, lieh den englischenRepublikanern gewaltige Kraft. Oliver Cromwell bewährtevon neuem sein Feldherrntalent, indem er die Iren undSchotten in blutigen Kämpfen zur Unterwerfung zwang.Gleichzeitig wurde eine große Kriegsflotte ausgerüstet,die der Republik nach außen Achtung verschaffte. Schwermußten die Holländer ihre feindselige Haltung gegendie Schwesterrepublik entgelten. Unter der schlechten Re-gierung der Stuarts war die englische Seemacht gänzlichverfallen. In den englischen Häfen sah man fast nurnoch holländische Schiffe, die den Verkehr des Insel-reiches mit dem übrigen Europa und den andern Erd-teilen vermittelten. Jetzt erließ das Parlament ein Ge-1651 setz, die sogenannte Schiffahrtsakte, wonach fort-an überseeische Waren in Großbritannien und seinenKolonien nur durch britische Schiffe eingeführt werdendurften. Für die Holländer war dies ein furchtbarerSchlag. Es kam darüber zu einem gewaltigen Seekriege,in welchem binnen 15 Monaten zehn Seeschlachten ge-liefert und auf beiden Seiten Wunder der Tapferkeit ver-richtet wurden. Zuletzt mußten aber die erschöpftenHolländer um Frieden bitten, und ihre Größe zur Seebegann vor derjenigen der Engländer zu verbleichen.

5. Crom wells Gewaltherrschaft (165358). Schon hatten indes die englischen Republikaner ihrenTraum, einen Freistaat ohne Zustimmung des Volkes zubegründen, mit dem Zusammenbruch ihres Werkes gebüßt.Cromwell, der Abgott der Soldaten, der mächtigste Mann1653 der Republik, hatte Parlament und Regierung auseinandergetrieben und sich unter dem Titel eines Lordprote k-t o r s der Alleinherrschaft bemächtigt. Die Gewohnheit,