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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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Er führte in denselben eine stramme Ordnung ein undsuchte Handel und Gewerbe zu beleben, wobei ihm dieAufnahme von 20,000 flüchtigen Hugenotten trefflich zu-statten kam. Nicht minder verstand er es, das Ansehenseines Staates nach außen zu heben. Er schuf ein wohl-geübtes stehendes Heer und verschaffte dem branden bur-gischen Namen Achtung in ganz Europa, indem er 10751875 hei Fehrbellin einen glänzenden Sieg über dieSchweden davontrug, die von Pommern aus in seinLand eingefallen waren. Freilich wurde er auch der Be-gründer der absoluten Willkürherrschaft in Preußen, in-dem er die Freiheiten seiner Untertanen gewaltsam ver-nichtete.

2. Preußen ein K ö n i g r e i c h (1701). — SeinSohn und Nachfolger Friedrich I., ein eitler, prunk-liebender Herr, suchte seinem Staat den gebührendenBang zu verschaffen, indem er sich vom Kaiser in Wienals Bedingung für seine Beiheilfe am spanischen Erb-1701 folgekrieg die Erlaubnis erwirkte, sich den Königs-titel beizulegen. Dabei nannte er sich aber nicht Königvon Brandenburg, weil er dieses Land der Form nach alsVasall vom Kaiser zu Lehen trug, sondern von P r e u ß e n,das nicht zum damaligen deutschen Reiche gehörte und woer Souverän, d. h. völlig unabhängiger Herrscher war.

1713—40 Der zweite Preußenkönig, Friedrich Wilhelm T.,war ein ungebildeter, eigensinniger Despot, der seineUntertanen wie Sklaven behandelte. Wenn ihn die Launeankam, prügelte er die Leute auf den Straßen durch, sodaß ihm .-jedermann voll Furcht aus dem Wege ging. Aberhei aller Roheit war Friedrich Wilhelm aufrichtig aufdas Wohl seines Landes bedacht. Den Beamten sah erscharf auf die Finger und bestrafte jede Unredlichkeit anihnen aufs strengste. Im Gegensatz zu der Verschwen-dung seines Vorgängers befliß er sich einer Sparsamkeit,die bis zur Knauserei ging. Der einzige Luxus, den ersich erlaubte, war ein für das damalige Preußen unge-heures stehendes Heer, das zuletzt auf 85,000 Mann an-