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Und bei alledem reichten die Einnahmen des Hofes nichthin, um die Ausgaben zu decken. Der Staat steckte ret-tungslos in Schulden und diese Schulden wuchsen immermehr an. Wohl empfanden die bessern Franzosen dieUnwürdigkeit solcher Zustände. Voltaire, Rousseau undviele andere sagten ein furchtbares Ende voraus, wenndem nicht durch weise Reformen vorgebeugt werde. Alleinder König wollte von solchen nichts wissen. Der selbst-süchtige Wüstling sagte: „Das wird wohl so lange dauernals ich“, und jagte die Minister fort, die ihm von Ver-besserungen sprachen.
3. Ludwig XVI. bis zur Revolution (1774—1771 1789). — Eine bessere Zeit schien anzubrechen, als 1774auf Ludwig XV. sein Enkel Ludwig XVI. folgte. Daswar ein König von reinen Sitten und gutem Willen, nurleider schwach an Verstand und Charakter. Anfangs be-rief er einen ausgezeichneten Mann, namens T urgo t, alsMinister an seine Seite. Dieser erkannte, was Not tat,und begann mit kräftiger Hand unter den Vorrechten undMißbräuchen aller Art aufzuräumen. Allein alle die-jenigen, die dabei etwas verloren, setzten sich zur Wehre,voran die Höflinge, und sie fanden einflußreiche Für-sprecher an den Brüdern des Königs, sowie an seiner Ge-mahlin, der schönen, aber eigensinnigen, aller Einsicht ent-behrenden Marie Antoinette, der Tochter der Kai-serin Maria Theresia. Solchen Einflüsterungen vermochteder schwache König nicht zu widerstehen. Turgot wurdefortgeschickt und seine Maßregeln rückgängig gemacht.Der Hof befand sich aber in solcher Geldnot, daß er zueinem Fremdling seine Zuflucht nehmen mußte, zu demGenfer N e c k e r, der sich als Bankier in Paris ein be-deutendes Vermögen und den Ruf großer Geschicklichkeitin Geldsachen erworben hatte. Obwohl Schweizer undProtestant, wurde Necker unter dem Titel eines „Direk-tors des königlichen Schatzes“ an die Spitze der Regierunggestellt. Sein bloßer Name bewirkte, daß man dem ver-schuldeten Staate wieder Vertrauen schenkte. Es war