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ihm möglich, zu billigen Bedingungen 500 Millionen neueSchulden zu machen, aus denen er die Ausgaben bestritt,welche Frankreichs Teilnahme am amerikanischen Un-abhängigkeitskrieg erforderte. Allein Necker wußte wohl,daß der Staat so wenig als ein Privatmann ewig vomSchuldenmachen leben kann. Auch er sah zur Rettungschließlich keine andern Mittel, als Turgot, und hatte denMut, einen Bericht über die Einkünfte und Ausgaben desStaates zu veröffentlichen, worin er die Verschwendungdes Hofes rücksichtslos aufdeckte. Aber die Höflinge be-nutzten dies, um ihn beim König als eine Art Verräterhinzustellen, und auch er wurde entlassen. Jetzt kamalles wieder ins alte. Ein Gesetz wurde erlassen, daß nie-mand Offizier werden könne, der nicht mindestens vieradlige Ahnherrn aufzuweisen habe. Schulden wurden aufSchulden gehäuft, und der Hof lebte fröhlich drauflos,bis ihm niemand mehr borgen wollte. Nun berief derhilflose Ludwig XVI. eine Versammlung von angesehenenMännern aus dem ganzen Reich nach Versailles, um sichbei ihnen Rat zu erholen. Unter diesen befand sich auchLafayett e, der das zündende Wort aussprach, nur dieseit 1614 nie mehr versammelten Reichsstände könn-ten den Staat retten. Bald ging dieser Ruf von Mund zuMund. In der höchsten Not rief Ludwig XVI. wiederNecker in die Regierung, und dieser setzte es durch, daßdem Wunsch der Nation nach Einberufung der Reichs-stände entsprochen wurde. Aber sollten diese Stände nachaltem Brauche drei getrennte Versammlungen bilden,A r on denen jede eine Stimme hatte, so daß der Adel undder Klerus gegen die Bürgerlichen wie zwei zu eins stan-den? Diese Frage beschäftigte alle Gemüter, und es zeigtesich, welche Fortschritte die Ideen der Freiheit und Gleichheit in Frankreich schon gemacht hatten. Die Bürger-lichen wollten keineswegs mehr als ein ohnmächtiges An-hängsel des Adels und des Klerus gelten, sie fühlten sichnicht mehr bloß als „dritter Stand“, sondern als die Na-tion selber. Ein freisinniger Geistlicher, S i e y e s, gab