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scher Mensch, dem man bis dahin nichts Schlechtes vor-werfen konnte, der aber an dem Fehler litt, daß er sichselber für unfehlbar hielt und alle, die seine Ansichtennicht teilten, ohne weiteres als Feinde des Vaterlandesand der Freiheit verdächtigte. Noch stürmischer ging esin dem Verein der Cordei i er s (Franziskaner) zu. Hierführte ein talentvoller, aber sitten- und gewissenloserAdvokat Danton das große Wort, der mit schamloserOffenheit erklärte, solange Patrioten, wie er, bei der Re-volution nichts gewonnen hätten, sei diese nichts wert.Ein anderes Haupt der Cordeliers war der Zeitungs-schreiber Marat, ein halbverrückter Unhold, der inseiner Zeitung, dem „Volksfreund“, täglich zur Ermor-dung und Plünderung der „Reichen und Aristokraten“aufforderte und eine teuflische Kunst an den Tag legte,alle, die höher standen als er, mit giftiger Verleumdungzu begeifern. Diese Aufreizungen und Verleumdungenaber fielen bei der leichtgläubigen, der Freiheit ungewohn-ten Menge der Hauptstadt auf nur zu fruchtbaren Hoden.
6. Flucht des Königs (Juni 1791). — Manchereifrige Freund der Revolution blickte mit Bangen in dieZukunft. Vor allem erkannte Mirabeau, der nichtbloß der größte Redner der Nationalversammlung, son-dern auch ein scharfblickender Staatsmann war, die Ge-fahren, die dem neuen Frankreich von innen und außendrohten. Er scheute sich nicht, heimlich mit dem Hofin Verbindung zu treten, um durch seine Ratschläge dieSchritte des Königs zum Guten zu lenken und mit derOrdnung auch die Freiheit fest zu begründen. Aber einvorzeitiger Tod raffte den gewaltigen Mann hinweg.Dieses einsichtigen Ratgebers beraubt, ließ sieh LudwigXVI. durch seine Gemahlin Marie Antoinette zu einemSchritt hinreißen, der mehr, als alle Angriffe der Jako-biner, das Vertrauen in die neue Ordnung der Dinge er-schütterte. Er entwich mit seiner Familie heimlich ausJuni 1791 Paris und hinterließ ein Schreiben, worin er die National-versammlung mit Vorwürfen überhäufte, die Verfassung