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für untauglich erklärte und alles, was ihm während seiner„Gefangenschaft“ abgepreßt worden sei, widerrief. MarieAntoinettes Absicht war, mit dem König an die Grenzezu fliehen, wo ihr Bruder, Kaiser Leopold II. von Öster-reich, Truppen bereit hielt. Dies fremde Heer im Rücken,wollte sie dann den Franzosen ihren Willen diktieren.Anfänglich herrschte in Paris große Bestürzung. Aberrasch besonnen nahm die Nationalversammlung die Zügelder Regierung in die Hand, und das ganze Land standbereit, sich zur Verteidigung der Freiheit zu erheben.Schon war Ludwig XVI. seinem Ziele nahe, da wurde ererkannt, in dem Städtchen V arennes angehalten undnach Paris zurückgeführt. Für die Monarchie war dieserFluchtversuch des Königs verhängnisvoll. Jedes Ver-trauen in seine Redlichkeit war dahin; niemand dachteetwas anderes, als daß er mit Hilfe des Auslandes denDespotismus samt den verhaßten Adelsrechten wiederhabe herstellen wollen. War es da zu verwundern, daß indiesem Augenblick zum erstenmal der Gedanke offen auf-tauchte, Frankreich in eine Republik zu verwandeln!Nicht etwa bei Robespierre, Danton und Marat; die fran-zösische Republik darf sich edlerer Ahnherrn rühmen.Während Robespierre nichts anderes wußte, als alle Be-hörden des Verrates zu beschuldigen, während Marat ver-langte, daß man allen Mitgliedern der Nationalversamm-lung den Kopf abschlage, lud der berühmte MathematikerCondorcet mit andern durch Maueranschläge dieFranzosen ein, den König ruhig ziehen zu lassen und dieRepublik auszurufen. Aber noch war dieser Gedanke demVolke so fremd, daß er seihst im Jakobinerklub mit Pfei-fen und Zischen erstickt wurde! Auch die Nationalver-sammlung, die sich danach sehnte, ihr Werk abzuschließenund dem Lande nach der zweijährigen Aufregung dieRuhe zurückzugeben, wollte von einer Absetzung Lud-wigs XVI. nichts wissen. Nachdem der König die Ver-fassung aufs neue beschworen hatte, setzte sie ihn wiederin alle seine Rechte ein. Hierauf hielt die denkwürdige