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befelil über eine ganze Armee. Alsbald setzte der jugend-liche Feldherr die Welt durch seine blitzschnellen Erfolgein Erstaunen. Von der Küste zwischen Genua und Nizza
1796 aus erzwang er sich in einer viertägigen Schlacht denÜbergang über das Apenninengebirge, den seine Vor-gänger vier Jahre lang umsonst versucht hatten. Dannnötigte er Sardinien zu einem demütigenden Frieden,trieb die Österreicher über den Po ins Tirol zurück undbelagerte das starke Mantua, ihr letztes Bollwerk inItalien. Viermal kamen österreichische Entsatzheere überdie Alpen, jedes größer, als das seinige. Aber er ver-
1796/97 nichtete sie nacheinander in den Schlachten hei Casti-glione, Bassano, Arcole und R i v o 1 i und zwangMantua zur Übergabe. Hierauf überschritt er die Alpenund drang bis Leoben in Steiermark, 20 Stunden vorWien, so daß der erschreckte Kaiserhof um Waffenstill-stand bat. Im stolzen Bewußtsein seiner Siege setzte
1797 Bonaparte selber die Friedensbedingungen fest, als ob erund nicht das Direktorium an der Spitze Frankreichsstünde. Österreich mußte Belgien und die Lombardei ab-treten; dafür überlieferte er ihm die Republik V e n e-d i g. Diese hatte sich nämlich in dem Kampf der beidenGroßmächte neutral erklärt, aber nichts getan, um ihreNeutralität zu schützen. Daher kümmerten sich wederdie Österreicher noch die Franzosen darum. Das vene-zianische Gebiet wurde der Tummelplatz ihrer Heere, undjetzt reichten sich die beiden Gegner die Hand, um dietausendjährige Republik zu vernichten. Übrigens kröntedies nur das ganze Verfahren, das Bonaparte bei seinerKriegsführung eingeschlagen hatte. Während er sich denItalienern in schönen ,Worten als Befreier ankündigte,mußten sie nicht nur sein Heer erhalten und schwereGeldsummen bezahlen, er gestattete auch Generälen undSoldaten, sich auf jede Art zu bereichern, und sandte allesöffentliche Eigentum, selbst Kunstwerke und wissenschaft-liche Instrumente, nach Paris. Diese Verwandlung Frank-reichs in einen Raubstaat und die Vernichtung einer