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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / Wilhelm Oechsli
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327
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Schwesterrepublik erregten doch in Paris Entrüstung.

Zwei Direktoren, darunter der edle Car not, sowie einTeil der Räte und angesehene Zeitungsblätter erhobendagegen Einsprache. Da veranlagte Bonaparte von Italienaus die drei andern Direktoren, sich der unbequemenMahner durch einen Gewaltstreich zu entledigen. Wernicht entkam, wie Carnot, wurde alsMonarchist ver-haftet und zwangsweise nach Cayenne in Südamerika,das durch sein mörderisches Klima berüchtigt war, ein-geschifft. So sah sich Frankreich durch die eigene Re-gierung wieder aus der Bahn der gesetzlichen Ordnung,die es kaum beschritten hatte, hinausgeworfen.

2. Die römische und helvetische Repu-blik. Napoleon in Ägypten (1798/.99). Es dür-stete Bonaparte nun nach dem Ruhm, auch noch denletzten Feind der Republik, Großbritannien, zu be-siegen. ln England selber zu landen, wagte er nicht. Da-gegen wollte er Ägypten erobern, von dort aus dieHerrschaft, welche die Briten soeben in Indien aufge-richtet hatten, brechen und dadurch die Quelle ihresReichtums verstopfen. Da der Staatsschatz leer war,wurden die Mittel zu der Unternehmung durch zwei großeRaubziige beschafft. Der eine ging nach Rom, wo die 1798Ermordung eines Franzosen, und der andere in dieSchweiz, wo die Befreiung der mit der bernisclien Herr-schaft unzufriedenen Waadt den Vorwand bot. Der Papstließ sich widerstandslos als Gefangener» nach Frankreichschleppen, und der Kirchenstaat wurde in eine römi-sche Republik umgewandelt. Die Römer mußtenihrenBefreiern 516 Millionen bezahlen, und Stadt undLand erlitten die ärgste Plünderung. Das andere Opfer,die S c h w e i z, leistete einige Gegenwehr, die aber in-folge ihrer Zersplitterung fruchtlos blieb. Auch sie wurdegründlich geplündert. Zugleich wurde ihr eine neue Ver-fassung aufgezwungen, die sie in einen Einheitsstaatnach französischem Zuschnitt unter dem Namen der h e 1-ve tischen Republik verwandelte. Nachdem die