dem Namen nach die Republik fortbestehen, in Wirklich-keit aber machte sich Bonaparte dadurch unter dem Titeleines auf 10 .Talire ernannten ersten Konsuls zum un-umschränkten Herrscher Frankreichs. Er verfügte überHeer und Flotte, Krieg und Frieden nach seinem Gut-dünken. Alle die vom Volke gewählten Behörden wurdenbeseitigt. An ihre Stelle trat ein Heer von hohem undniedern Beamten, die der Konsul nach Belieben ein- undabsetzte und an stummen Gehorsam gewöhnte. Jederfreien Meinungsäußerung wurde ein Ende gemacht und,um die Republikaner zu schrecken, eine Anzahl als „Ver-schwörer“ nach Cayenne, der „trockenen Guillotine“, ge-schickt. Tm übrigen waren Bonaparte die Männer allerParteien willkommen, wofern sie sich ihm zu gehorsamenWerkzeugen darboten. Namentlich suchte er aber denKlerus zu gewinnen. Seit der Schreckenszeit gab es inFrankreich keine Staatskirche mehr; ähnlich wie in Nord-amerika, galt jede Religionsgemeinschaft als Privatsache.Nun stellte Bonaparte durch ein K o n k o r d a t (Vertrag)mit dem Papste die römisch-katholische Kirchewieder als herrschende Staatskirche her und erntete dafürvon allen Kanzeln begeistertes Loh. Nicht minder befe-stigte er seine Gewalt durch neue blendende Kriegserfolge.Mit einem Heere, das er ganz in der Stille gebildet, zog erüber den Großen Bernhard, fiel den Österreichern, die bisGenua vorgedrungen waren, in den Rücken und gewannüber sie hei Ma ren go einen Sieg, der ihn wieder zum
lsoo Herrn Italiens machte. Österreich und Rußland beeilten
1801 sich, mit ihm Frieden zu schließen. Auch das stolze B r i-
1802 tannien ließ sich endlich dazu herbei, nachdem die aufeinige Tausend Kampffähige zusammengeschmolzenefranzösische Armee in Ägypten eingewilligt hatte, aufenglischen Schiffen in die Heimat gebracht zu werden.Bonaparte aber erschien schon so gewaltig, daß die deul-sehen Fürsten, die sich für ihre Gebietsabtretungen anFrankreich im Inne r n Deutschlands durch Wegnahmeder geistlichen Fürstentümer und freien Reichsstädte zu